Freiberg bekommt eine neue Vierfeld-Sporthalle

Die Tage der alten Turnhallen an der Ohain- sowie an der Böhmeschule im Stadtteil Friedeburg sind damit so gut wie gezählt. Trotz so mancher Bauchschmerzen.

Freiberg.

Am Ende war die Zustimmung deutlich: Mit 24 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen hat der Freiberger Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss gestern Abend für den Bau einer neuen Vierfeld-Sporthalle im Freiberger Stadtteil Friedeburg votiert. Dabei war der Bedarf der vorerst auf insgesamt 13,6 Millionen Euro veranschlagten Halle unstrittig. Nicht wenige Stadträte hatten aber Bauchschmerzen wegen einer Begleiterscheinung des Neubaus.

Denn im Gegenzug zum Bau der neuen Halle, die auf dem Gelände des Freizeitsportplatzes in Friedeburg entstehen soll, wurde der Abriss der Schulturnhallen an der Böhme-Grundschule sowie der Oberschule "Pabst von Ohain" beschlossen. Insbesondere aus den Reihen der Freien Wähler sowie der Fraktion FDP/Verein Haus und Grund wurde Unbehagen deutlich. "Ich kriege es nicht in meinen Kopf, dass wir Hallen, die nah an den Schulen dranstehen, wegreißen sollen", sagte Heidi Hinkel (FW), selbst Lehrerin. "Planungsmäßig ist das eine Riesenhürde, die wir den Schulen auferlegen", ergänzte sie mit Blick darauf, dass sich zwei Schulen dann über die Nutzung der Halle verständigen müssen und außerdem für die Ohain-Schüler Fußwege von knapp zehn Minuten anfallen.

Die Stadtverwaltung machte für den geplanten Abriss vor allem zwei Gründe geltend. Zum einen müsse bei der Beantragung von Fördermitteln eine Folgekostenberechnung vorliegen, sagte Baubürgermeister Holger Reuter (CDU). Behielte die Stadt die beiden Schulturnhallen, riskiere sie die Fördermittel (bei Turnhallen bis zu 50 Prozent). Wer dem Abriss nicht zustimme, gefährde das gesamte Projekt, mahnte der Bürgermeister.

Außerdem sind die beiden Ende der 1980er-Jahre fertiggestellten Hallen dringend sanierungsbedürftig. Um sie für die steigenden Schülerzahlen zu wappnen, müssten rund 5 Millionen Euro aufgewendet werden, stellte die Verwaltung fest. Ein Argument, dem die meisten Räte folgten. "Wir müssten erhebliche Mittel in diese Mini-Turnhallen investieren", sagte CDU-Stadtrat Tobias Scholz, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der HSG Freiberg.

Die Kapazität der neuen Halle genügt den wachsenden Anforderungen der beiden Friedeburger Schulen und erweitert gleichzeitig die Möglichkeiten für die Vereine, versichert das Rathaus. Hauptnutzer soll der Freiberger Hockey- und Tennisclub mit aktuell 362 Mitgliedern werden, aber auch rund 20 weitere Vereine, die bislang die beiden bisherigen Hallen zeitweise nutzen, können Trainingszeiten in der neuen Halle buchen. "Die Vier-Feld-Halle soll so strukturiert werden, dass verschiedene Sportarten wie Fußball, Handball, Hockey, Volleyball und Tennis im Trainings- und Wettkampfbetrieb durchgeführt werden können", so die Stadtverwaltung. Und obendrein sollen bis zu 1000 Zuschauer sportliche oder kulturelle Höhepunkte verfolgen können - deutlich mehr als aktuell in der Grube- wie in der Heubnersporthalle.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Mehrheit der Räte den Abriss der alten Hallen nicht verhindern wollte, fanden die Neubaupläne selbst große Zustimmung. Nun gelte es, eine genaue Planung zu machen und die Finanzierung sicherzustellen, so Reuter. "Wir kriegen das hin", versprach der Baubürgermeister.

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