Freiberg schwitzt

Der Supersommer ist nicht ohne. Hitze und Dürre machen Mensch und Tier das Leben schwer. Manche sprechen schon von einem Jahrhundertereignis.

Freiberg.

Wie im sonnigen Süden: Die Quecksilbersäule kratzt nachmittags im Schatten fast an der 40-Grad-Marke. In Freiberg und Umgebung ist Schwitzen angesagt. Seit Wochen schon. Glücklicherweise ist eine (kurze) Abkühlung ab Donnerstagnacht in Sicht.

Bäume verlieren Laub: Fast wie im Herbst sieht es teils im Freiberger Stadtgebiet aus. Denn die Blätter vieler Bäume und Sträucher sind vertrocknet. "Wir gießen auf jeden Fall mehr als sonst", sagt Stadtsprecherin Katharina Wegelt. Schon 5.30Uhr werde damit begonnen.

Übelriechende Gullis: Gerade wo Kanäle "baulich nicht so ideal sind, riecht es mehr als sonst", sagt Uwe Graner, Chef des Freiberger Abwasserbetriebes. Bisher habe es aber keine Beschwerden gegeben. "Und mit 10 Kubikmetern Wasser zu spülen, ist ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Graner. "Wir warten auf den großen Regen."

Niedriger Wasserstand: In Bächen, Flüssen und Teichen fehlt das Wasser. Betroffen ist auch der See in Timmels Steinbruch zwischen Großhartmannsdorf und Gränitz. Sein Wasserstand fiel um etwa 25Zentimeter. Der Großhartmannsdorfer Jens Härtig berichtet, er habe noch nie bemerkt, dass sich der Wasserstand auch nur gering geändert hat. Sein Vater Otto Härtig, der 2016 86-jährig verstarb, habe dies ebenfalls nie erlebt. "Jetzt ist es soweit", sagt Jens Härtig. Seiner Ansicht nach ist die Trockenheit in diesem Sommer ein Jahrhundertereignis.

Schwitzen im Pflegeheim: In den drei Häusern der Seniorenheime Freiberg werden den Bewohnern laut Geschäftsführung immer wieder Getränke angeboten, das Pflegepersonal animiere zum Trinken. Morgens und abends werde großzügig gelüftet, tagsüber Markisen und Jalousien runtergelassen. Betreuungsangebote würden teils auf die Balkone oder in die schattigen Gärten verlegt. Zudem gebe es beispielsweise Sonnenhüte für die Bewohner. Auch werden kalte Güsse angeboten. Die Mitarbeiter erhalten Getränke und Eis. Sie könnensich zudem kaltduschen.

Durstlöscher in Betrieben: In vielen Unternehmen wird kostenloses Mineralwasser bereitgestellt. Im Kreiskrankenhaus Freiberg wird zwar kostenlos Mineralwasser an die Patienten ausgereicht, aber die Beschäftigten dürfen dieses nicht trinken, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Eine Lösung scheint in Sicht. Laut einer Kliniksprecherin erfolgt derzeit eine Umstellung auf eine dezentrale Trinkwasserversorgung über Wasserspender. Künftig stehe für Patienten und Mitarbeiter Trinkwasser zur Verfügung.

Verlagerte Arbeitszeiten: Die Mitarbeiter der Freiberger Stadtverwaltung haben laut einer Sprecherin aufgrund der Hitze die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit nach vorn zu verlagern. Bedingung: Alle Sprechzeiten müssen weiterhin voll abgedeckt werden.

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