Freiberger Diebes-Duo hält Polizei monatelang in Atem

Einbruchserie richtet 44.000 Euro Schaden an - Gericht verurteilt Männer zu Freiheitsstrafen - Der Jüngere erhält Chance zur Bewährung

Freiberg.

Sie haben sich zahlreicher Einbrüche und damit verbundener Sachbeschädigungen schuldig gemacht. Ein 39-Jähriger und ein 23-Jähriger, beide Deutsche, beide in Freiberg ansässig, sind dafür von einem Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Jochen Sell verurteilt worden.

Der Ältere, dessen Strafregister bereits 18 Einträge umfasst, muss für weitere drei Jahre und drei Monate in den Justizvollzug, in dem er zurzeit eine frühere Strafe absitzt. Außerdem wurde der Einzug von rund 11.000 Euro als Wertersatz des von ihm erlangten Diebesgutes angeordnet.

Dem Jüngeren, schon sechsmal Vorbestraften, drohen ein Jahr und drei Monate hinter Gittern, falls er die dreijährige Bewährungszeit nicht nutzt. Er erhielt die Auflage, 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Auch der Wert seiner Beute von etwa 1200Euro wird eingezogen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Die von Staatsanwalt Markus Schori verlesenen, drei Anklageschriften beinhalteten elf Tatvorwürfe. Sechs Einbrüche beging der Ältere allein, dreimal waren beide beteiligt, zweimal nur der Jüngere. Von März 2018 bis Juli 2019 suchten sie mehrere Getränkemärkte, eine Bäckerei am Seilerberg, einen Friseursalon, ein Bürohaus in der Nähe des Obermarktes, ein Gebäude der Bergakademie, das Pi-Haus und ein Ernährungsstudio in Friedeburg heim, manche der Objekte mehrmals. Sie brachen Türen, Fenster und Tresore auf und verursachten Sachschaden von 44.000 Euro. Dabei stahlen sie Laptops und Tablets, Mobiltelefone, Kameras und eine Drohne, aber auch Friseurwerkzeuge, Bargeld, Tabakwaren und Getränke. Sie nahmen Schlüssel mit, die sie in Tresoren fanden, so auch den Schlüssel für einen Giftraum, den sie aber nicht nutzten. Durch den Verkauf der erbeuteten technischen Geräte wollten sie ihren Lebensunterhalt finanzieren. Beide Angeklagten zeigten sich in vollem Umfang geständig und bekannten sich zu allen ihnen vorgeworfenen Taten. Leugnen wäre ohnehin wenig Erfolg versprechend gewesen, denn durch Bilder von Überwachungskameras und an Hand von eindeutigen DNA-Spuren wäre ihre Schuld zweifelsfrei nachweisbar gewesen. Durch die Aussagen der Angeklagten konnte die Anhörung zahlreicher Zeugen unterbleiben und der Prozess innerhalb eines Tages beendet werden. (jher)

Aktenzeichen 6 Ls 910 Js 4154/19

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