Freiberger Rathaus lehnt Extra-Ampel an Schleichweg ab

Wegen der Sperrung der Chemnitzer Straße weichen viele Autofahrer auf die Anton-Günther-Straße aus. Das macht Anrainern benachbarter Straßen zu schaffen. Die aber müssen damit klarkommen, sagen die Verkehrsbehörden.

Freiberg.

Autofahrer, die von der Georgenstraße in Freiberg links Richtung Stadtmitte in die Anton-Günther-Straße einbiegen wollen, brauchen schon an normalen Tagen Geduld. Die Kreuzung, an der gegenüber auch die Marienstraße einbiegt, ist erstens stark befahren und zweitens nicht gerade gut einsehbar. Doch nun sind die Tage nicht normal. Seit die Chemnitzer Straße wegen eines Brückenbaus dicht ist, nutzen viele Autofahrer die Anton-Günther-Straße als Schleichweg. Denn die offizielle Umleitung über Kleinwaltersdorf oder St. Michaelis ist weit. Die Folge: "Wir können an der Anton-Günther-Straße kaum noch abbiegen", sagt Manfred Laubner, der in dem kleinen Viertel wohnt.

Laubner fragt nun an, ob ein kleinen Sträßchen, das von der angrenzenden Obergasse zur Chemnitzer Straße führt und derzeit als Fußweg dient, während der Bauarbeiten für Anlieger freigegeben werden kann. Oder ob die Stadtverwaltung an der Kreuzung Georgenstraße/Anton-Günther-Straße/Marienstraße zeitweise eine Ampel aufstellen kann.

Beide Ansinnen aber lehnen die Behörden ab. Zwar könne man theoretisch die Poller an dem Durchgang entfernen, so Baubürgermeister Holger Reuter. Allerdings wäre mit regem Verkehr zu rechnen, nicht nur durch Anlieger. Reuter: "Der Wunsch der Anwohner, diese "Abkürzung" wieder zu schließen, würde uns sicherlich schnell erreichen." Da die Straßen in der Gegend zudem schmal seien, keine Gehwege hätten und es sich obendrein um einen Schulweg zur Pestalozzistraße handelt, komme es nicht infrage, den Weg für den fließenden Verkehr über mehrere Monate zu öffnen.

Eine Absage gibt es auch hinsichtlich des Ampel-Wunsches. "Die Anton-Günther-Straße ist keine Umleitungsstrecke, sodass hier auch keine Lichtsignalanlage eingeplant wurde", teilt die Stadt mit. "Dass die Straße jetzt stärker befahren wird, war vorauszusehen und ist eine übliche Auswirkung im Rahmen von Sperrungen." Öffentliche Straßen seien für den öffentlichen Verkehr bestimmt. "Zeitweise erhöhter Verkehr ist grundsätzlich hinzunehmen", argumentiert das Rathaus. Für die Anton-Günther-Straße erließ die Stadt bereits abschnittsweise Parkverbot, um den erhöhten Verkehr bewältigen zu können. Eine Ampel sei aus Sicht der Stadtverwaltung nicht erforderlich. Von der Georgenstraße aus könne man ja auch über die Obergasse und Neugasse die Anton-Günther-Straße oder über die Obergasse und Johannisstraße die Chemnitzer Straße erreichen.

Unterstützung erhalten die Behörden mit dieser Sicht von Fahrlehrer und Verkehrswachtchef Werner Helfen. Er betreibt seine Fahrschule direkt an der Anton-Günther-Straße. "Eine Ampel würde ich nicht favorisieren, da eigentlich nur wenig Fahrzeuge aus der Georgenstraße auf die Anton-Günther-Straße einfahren", so Helfen. "Eine Ampel würde nur unnötigen Stau in die drei anderen Richtungen verursachen." Überlegenswert sei eine Einbahnstraßenregelung mit Ausfahrt über die Neue Gasse.


Problem in Sankt Michaelis

Die Talstraße ist schlecht und eng in Sankt Michaelis. Wenn Fahrzeuge durch den Ort rollen, ist es gefährlich. Gehwege sind Fehlanzeige. Nun hat sich die Situation verschlimmert. Denn durch das Dorf prescht der Umleitungsverkehr. Wer nach Freiberg will, wird ab Oberschöna nach St. Michaelis geleitet und weiter nach Brand-Erbisdorf. Auch viele Lkws befahren nun die Talstraße. Das stößt Antje Beier und anderen Anwohnern sauer auf. Der Lärm sei belastend. Und: An den Engstellen passen kaum zwei Fahrzeuge aneinander vorbei, geschweige den Lkws. (acr)

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