Freiberger Region zieht Solarpark-Investoren an

Eine Chemnitzer Firma will in Hirschfeld und in Niederbobritzsch je eine Photovoltaik-Großanlage errichten. Rings um die Kreisstadt wird bereits eifrig Sonnenenergie "angezapft".

Reinsberg/Niederbobritzsch.

Noch ist viel Arbeit nötig, und auch Bürger sollen zu Wort kommen, ehe weitere Solarflächen vor den Toren Freibergs entstehen: Der neue Gemeinderat von Reinsberg befasst sich am heutigen Dienstagabend mit der Frage, ob er für einen Solarpark an der Autobahn im Ortsteil Hirschfeld einen Bebauungsplan aufstellen lassen will. Antragsteller ist die Universal Energy Engineering GmbH aus Chemnitz.

Die gleiche Firma ist auch in der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf aktiv - bei Niederbobritzsch an der Bahnlinie Freiberg-Dresden soll ein elf Hektar großer Solarpark entstehen, der eine Maximalleistung von etwa 10 Megawatt haben soll. Damit könnte nach Angaben von Experten der Bedarf an Elektroenergie von etwa 2500 Vier-Personen-Haushalten gedeckt werden.


Universal-Geschäftsführer Gunter Moch hat die Pläne gegenüber "Freie Presse" bestätigt. Ehe der Park gebaut werden"und seinen Beitrag zur Energiewende leisten kann, ist noch sehr viel Planungsarbeit vonnöten", schränkt er zugleich ein. Zunächst sei ein Bauleitverfahren durchzuführen, bei dem Behörden, Ämter, Verbände und nicht zuletzt Bürger das Vorhaben begutachten und kommentieren. Ebenso seien Vorgaben der Regionalplanungzu beachten, und der Flächennutzungsplan sei zu ändern, so Moch. Zumindest letzterem haben die Gemeinderäte von Bobritzsch-Hilbersdorf schon zugestimmt, wie André Felgner von der Gemeindeverwaltung bestätigt. Generelle Vorbehalte gegen Photovoltaik-Anlagen gebe es nicht, sagt der Bauamtsleiter: "Insbesondere hat die Gemeinde beziehungsweise der Gemeinderat vor Jahren ähnliche Vorhaben wie 'Solarpark an der Ziegelscheune' und 'Photovoltaikpark Tannenhübel' begleitet." Das Tannenhübel-Projekt sei bisher aber nicht umgesetzt, ergänzt Felgner.

Über das Aufstellen eines Bebauungsplanes für den "Solarpark Niederbobritzsch, An der Bahnlinie", soll dennoch erst später weiter beraten werden. "Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt, weil sich die Gemeinderäte vor Beschluss vom Antragsteller das Vorhaben erläutern lassen wollen. Diese Zusammenkunft soll voraussichtlich Anfang August stattfinden", erläutert der Leiter der Bauverwaltung.

Für Martin Reiner von der Sächsischen Energieagentur Saena ist die Häufung von Solarparks in und um Freiberg möglicherweise noch auf den inzwischen insolventen Solarworld-Konzern zurückzuführen: "Bei derartigen Großanlagen spielt die Verfügbarkeit der Flächen eine entscheidende Rolle."

Eine erhöhte Einstrahlung weise das Gebiet jedenfalls nicht auf, urteilt der Saena-Experte; Freiberg sei von seiner Lage her durchschnittlich sonnig.


Im Osten der mittelsächsischen Kreisstadt befinden sich drei große Solarparks

Das Energieportal Sachsen führt aktuell im Landkreis Mittelsachsen 26Photovoltaik-Großanlagen auf. Wie Martin Reiner von der Sächsischen Energieagentur Saena ergänzt, werden die Daten von der Bundesnetzagentur übernommen. Größere Solarparks könnten dabei auch in Teilanlagen gesplittet sein.

Im Gewerbegebiet Freiberg-Ost ist das beispielsweise der Fall. Für den Solarpark zwischen der B 173 und der ehemaligen Waferfabrik der insolventen Solarworld wird ein Teil auf Naundorfer Flur der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf zugerechnet. Ein zweiter Bereich wird unter der Stadt Freiberg verbucht.

Der Solarpark Ziegelscheune befindet sich in Sichtweite auf der anderen Seite der B 173, der Solarpark "Saxonia"wiederum ebenfalls im Osten der Kreisstadt - auf den Halden des Industrie- und Gewerbegebiets "Saxonia" nahe der Hüttenstraße. Die Anlage ist bereits seit 2008 in Betrieb.

Die kleineren Anlagen in Freiberg kommen laut Energieportal zusammen auf eine Sonnenstrom-Leistung von maximal etwas mehr als 8 Megawatt. In der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf summiert sich die Spitzenleistung der Photovoltaik-Paneele auf Haus- und Stalldächern und dergleichen auf reichlich 10 Megawatt. (jan)www.energieportal-sachsen.de

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