Freiberger sagen Namasté in Nepal

Mitglieder der Freiberger Schülerfirma besuchen jetzt ihr Partnerdorf Gati. Dort wollen sie nach den Zerstörungen durch das Erdbeben 2015 mit anpacken. Mehr als 400.000 Euro haben sie gesammelt.

Kathmandu / Freiberg.

Vier Stunden Trekkingtour aus der Stadt Beni hinauf in die Berge - das stand gestern im Tagesprogramm der elf Freiberger Gymnasiasten und ihrer Betreuer. Die Freiberger Mitglieder der Schülerfirma Namasté Nepal sowie acht Schüler ihrer Partnerschule im niederländischen Delft besuchen derzeit knapp drei Wochen lang das Land in Südasien.

Doch die jungen Leute machen nicht nur Urlaub in Nepal. Nach einer mehrtägigen Wanderung durch den Himalaya haben die Schüler einen konkreten Auftrag: Sie besuchen das kleine Bergdorf etwa 120 Kilometer von Kathmandu entfernt. In ihrer dortigen Partnerschule werden sie auf Freunde treffen und gemeinsame Aktionen veranstalten. Schließlich verbindet die Freiberger und Gati seit 2005 ein Hilfsprojekt, das hier seinesgleichen sucht. Die Schülerfirma Namasté sammelt - unter anderem durch den Freiberger Nepal-Lauf - Geld und ermöglichte so unter anderem den Bau einer Schule in Gati. Im vorigen Jahr aber wurde das Gebäude bei Erdbeben zerstört. Doch das war für die Freiberger kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil. Die Bemühungen wurden intensiviert. Erklärtes Ziel von Namasté Nepal: nicht nur die Zehn-Klassen-Schule im Dorf, sondern darüber hinaus sieben Grundschulen auf dem Gebiet der Gemeinde wieder aufbauen.

Die Freiberger Gymnasiasten traten eine beispiellose Spendenwelle los, sammelten mehr als 400.000 Euro. Ein Viertel davon kam vom Chemie-Riesen Wacker AG, den sie als Partner gewinnen konnten. Nach bürokratischen Hürden in Nepal liefen die Vorbereitungen für die ersten zwei Neubauten, die Zehn-Klassen-Schule in Gati für 100.000 Euro und eine Grundschule im Ort Dandakateri für etwa 60.000 Euro an. Doch obwohl die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, kann noch nicht gebaut werden. "Nach dem verheerenden Monsunregen im Juli wurde der Arniko-Highway, die Versorgungsstraße der Region, abschnittsweise zerstört. Sie ist bis heute nicht nutzbar. Die nepalesischen Partner gehen davon aus, dass dies frühestens im Dezember sein kann", sagt Steffen Judersleben. Er koordiniert die Schülerfirma Namasté Nepal. Das heißt, wenn die Schüler nächste Woche nach ihrer Trekkingtour für einige Tage nach Gati kommen, müssen sie von der letzten Kleinstadt aus, die vor dem Bergdorf liegt, einen etwa zehn Kilometer langen Fußmarsch in den Ort bewältigen. Vom Highway im Tal aus führt eine abenteuerliche Piste hinauf ins 500 Meter höher gelegene Gati.

Zurückerwartet in Deutschland werden die Freiberger dann am 21. Oktober.

 

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