Freiberger Seniorenheime stellen neue "Pflegeoase" vor

Der Bau der Einrichtung im Garten des Hauses "Johannishof" geht gut voran. Im Juni sollen die Bewohner - schwer pflegebedürftige Frauen und Männer - einziehen.

Freiberg.

Vor gut zehn Monaten wurde im Garten des Hauses "Johannishof" der Seniorenheime Freiberg, deren Gesellschafter die Stadt und das Diakonische Werk Freiberg sind, der Grundstein für die neue "Pflegeoase" gelegt. Mittlerweile ist der eingeschossige Bau schon sehr weit gediehen. Durch einen Gang verbunden mit dem Haupthaus, schließt sich das Gebäude an, umrundet von einer Terrasse, der allerdings noch das Geländer und der Bodenbelag fehlen. Die Fenster sind installiert und alles macht den Eindruck, als komme man gut voran.

Die "Pflegeoase" wird die erste ihrer Art in ganz Mittelsachsen sein. Sie bietet nach Fertigstellung bis zu elf schwerstpflegebedürftigen Menschen mit Demenzerkrankungen eine ganz auf sie abgestimmte Heimstatt. Die Wohnräume sind im Halbrund angeordnet, ausgestattet mit Fenstern, die bis zum Boden reichen. Das Pflegepersonal sitzt dann nicht in einem abgetrennten Dienstzimmer, sondern an einem zentralen Tresen. Mit dem Konzept wolle man den Gefühlen von Vereinsamung entgegentreten, welche sich bei demenzerkrankten Menschen oft einstellen, erklärte Steffen Köcher, Geschäftsführer der Seniorenheime Freiberg.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Er begrüßte am Montag die Staatssekretärin im Sächsischen Sozialministerium Regina Kraushaar, die sich ein Bild von der "Pflegeoase" machen wollte. Gemeinsam mit anderen Gästen schaute sie sich auch im Inneren der Baustelle um. "Hier ist noch einiges zu tun", sagte Tobias Schnecke, Leiter des Hauses "Johannishof". "Derzeit sind die Fußbodenleger bei der Arbeit, ebenso die Elektriker und Türbauer." Doch nimmt alles schon Gestalt an. Energiequelle wird künftig ein Blockheizkraftwerk sein, das im Johannishof arbeitet, berichtete Olaf Glauche, Technik-Chef der Seniorenheime. "Auch bauen wir ein spezielles Nachtlicht ein, welches am Abend automatisch den Blaulichtanteil senkt", erläutert Glauche. "Das trägt zur Beruhigung der Bewohner bei." Besserer Schlaf sei ein wichtiger positiver Effekt, so Steffen Köcher. Damit erreiche man, dass weniger Medikamente verabreicht werden müssten. Permanent sind außerdem zwei Mitarbeiter vor Ort, jederzeit für die Bewohner sicht- und erreichbar.

Zu den Annehmlichkeiten im Inneren kommt vor allem die Aussicht hinzu, die man aus den Fenstern auf die Gartenanlage und den Stadtwald hat. "Das ist ohne Frage sehr schön", sagte auch Regina Kraushaar, die sich auch danach erkundigte, wer denn hier einziehen werde. Derzeit, erklärte Steffen Köcher, spreche man mit Senioren und deren Angehörigen, die bereits teilweise oder umfänglich in den Seniorenheimen betreut werden. "Wir fragen natürlich zuerst im eigenen Haus an", ergänzt Tobias Schnecke. "Durch das bereits bestehende Vertrauensverhältnis können wir da auch die Bedürfnisse besser einschätzen."

Im Juni soll die "Pflegeoase" fertiggestellt sein. Die Kosten dafür, die zunächst mit 1,3 Millionen Euro beziffert wurden, sind derzeit leicht auf 1,5 Millionen Euro angestiegen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...