Freiberger starten Rettungsaktion

Die Veranstaltungsreihe geht in die elfte Runde - Schloss Freudenstein soll im Sommer wieder zum kulturellen Zentrum der Freiberger Altstadt werden. Weil der Ticketverkauf stockt und die Sponsoren abwarten, sammeln die Organisatoren jetzt Spenden. Und auch in Oederan gibt es eine Aktion.

Freiberg/Oederan.

Désirée Nick, Ute Lemper, Torsten Sträter, City - diese Künstler und viele mehr stehen auf dem Programm der Freiberger Sommernächte, die vom 6. Juni bis 30. August im Hof von Schloss Freudenstein stattfinden sollen. Grundsätzlich hält der Veranstalter, die GSM Gastro-Service-Mittelsachsen, auch in der Corona-Pandemie daran fest. Doch man ist grundsätzlich flexibel, sagt GSM-Geschäftsführer Holger Scheich. Und er fügt hinzu: "Aber wir wehren uns dagegen, jetzt schon Absagen zu geben."

Dennoch plagen ihn Sorgen. Nachdem die Fußball-EM verlegt wurde und damit die Public-Viewing-Veranstaltungen wegfallen, kommt hinzu, dass der Ticketverkauf für die Programmpunkte schwierig ist. Scheich hat Verständnis: "Wer denkt momentan daran, sich eine Karte für ein Konzert oder einen Comedy-Abend zu kaufen?"

Hinzu kommt, dass im Moment das Sponsoring ruht, worüber sich die Reihe zu wesentlichen Teilen finanziert. "Es gibt Unternehmen, denen es gut geht und deren Zusage steht", so Scheich. "Andere müssen abwarten."

Die Sommernächte sollen im Zusammenspiel mit den Filmnächten des Kinopolis 2020 zum elften Mal stattfinden. Sie sind fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Silberstadt. "Und gerade jetzt geraten sie in Gefahr", so der GSM-Chef. Deshalb hat man sich zu einer einmaligen Aktion entschlossen: Unter der Überschrift "Retter gesucht!" startet im Internet in sogenanntes Crowd-funding-Projekt, bei dem sich Menschen an der Finanzierung eines Vorhabens beteiligen. "Mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform Startnext und deren Initiative 'Startnext Corona Hilfsaktion' möchten wir im Internet die Idee an alle Freunde und Unterstützer der Sommernächte herantragen", so Holger Scheich. "Unter der Überschrift 'Wir brauchen euch!' kann gespendet werden." Jede Summe, gleich ob 2 oder 50 Euro, ist willkommen. Eine weitere Hilfe sei, Tickets zu kaufen. "Sie behalten ihre Gültigkeit, wenn die Veranstaltung dennoch verschoben werden sollte", sichert Scheich zu. Kein Programmpunkt werde ausfallen.

OB Sven Krüger hat bereits gespendet: "Nicht nur, weil ich die Angebote der Sommernächte selbst sehr gern nutze, sondern vor allem, weil sie als Veranstaltungsangebot für alle Freiberger wichtig sind", erklärt er. Als Stadtverwaltung jedoch stehe man wie die GSM vor denselben Problemen beispielsweise mit Bergstadtfest, Nachtschicht und Christmarkt. "Ob Sommernächte oder andere Veranstaltungen - von Frühlingsfest bis Eisbahn: Von ihnen profitieren auch unsere Innenstadthändler, Gastronomen und Hoteliers, denn sie sind auf Gäste angewiesen. Veranstaltungen sind wesentlich für den Erhalt vieler Arbeitskräfte", unterstreicht der parteilose Politiker. Und er betont: "Wenn in Freiberg weiterhin attraktive Veranstaltungen angeboten werden sollen, dann sind jetzt alle gefordert."

Mit der Rettungsaktion wollen die Organisatoren zudem ein Lebenszeichen senden, das Zuversicht vermittelt. Scheich versichert: "Lediglich ein von oben verordnetes Verbot, von dem man jetzt nicht sagen kann, welchen Umfang es haben würde, könnte die Sommernächte noch stoppen." Selbst unter Auflagen, etwa zur Sitzverteilung, möchte man die beliebte Reihe durchführen. Ungewiss sei aber der Zeitraum. Begonnen werden sollte eigentlich mit Theatervorstellungen. "Wir reden mit dem Theater, ob sie nach hinten verschoben werden können." Viel hänge außerdem davon ab, ob, wann und in welcher Form das Bergstadtfest stattfindet.

Auch in Oederan läuft ein Rettungsprojekt für eine Herzensangelegenheit an: "Werden Sie zum Retter des ältesten Miniaturparks" - so heißt das Crowdfunding, das vorerst bis Monatsende läuft. Avisiert sind als erstes Etappenziel Spenden von 10.000 Euro. Sie sollen für Restaurierung und Erhalt der Modelle im Klein-Erzgebirge eingesetzt werden. Zweites Ziel sind 20.000 Euro, um den Welterbegedanken weiterzuentwickeln. Die Lebensretter profitieren doppelt, heißt es: "Sie helfen und - je nach Betrag - gibt es Tages-, Jahres, Kombi- und Familientickets. "Wer tiefer in die Tasche greift, kann sich eine geschnitzte Figur auswählen, für ganz großes Geld gibt es ein Miniaturmodell." Bis Freitagabend gab es vier Unterstützer und Hilfe von 250 Euro. (mit ka)

Rettungsaktionen in Freiberg und Oederan finden Sie online unter

www.freiepresse.de/sommernaechte

www.freiepresse.de/miniaturpark


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