Freibergerin: Post reduziert Service und hebt Preise

Der Abbau des Briefmarkenautomaten im Stadtzentrum stößt auf Unverständnis. Die Post sieht das anders.

Freiberg.

Nach wie vor ärgern sich Freiberger über den ersatzlosen Abbau des Briefmarkenautomaten an der Postfiliale im Freiberger Stadtzentrum. Es war der einzige seiner Art in der Bergstadt. Eine Leserin aus Freiberg kritisiert, dass die Post ihre Preise erhöht, aber der Service sinkt. "Da müssten doch Mischkalkulationen möglich sein", sagt sie. Zudem weist die Leserin darauf hin, dass es - entgegen den Angaben eines Postsprechers - in den beiden Rewe-Einkaufsmärkten in Freiberg keine Briefmarken gibt.

Die Post hatte den Wegfall der Briefmarkenautomaten mit deren Unwirtschaftlichkeit begründet. Bundesweit seien von einst rund 3800 Automaten nur noch ungefähr 1150 Automaten im Betrieb. Regionale Zahlen nannte das 1995 privatisierte Unternehmen nicht.

Mattias Persson ist der Pressesprecher Sachsen der Deutsche Post DHL Group. Er betont auf Nachfrage von "Freie Presse": "Die Deutsche Post erbringt freiwillig als einziges Unternehmen die flächendeckende Grundversorgung mit Postdienstleistungen, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben - auch dort, wo es unwirtschaftlich ist." Das erfordere Investitionen in eine leistungsfähige Infrastruktur, so in die Modernisierung von Briefsortierzentren und IT-Systemen. Zudem habe das Unternehmen hohe Sicherheitsstandards sowie "gut qualifizierte und fair bezahlte Mitarbeiter".

Die Deutsche Post verfüge über 13.000 Partner-Filialen, 11.000 Paketshops und fast 3000 weitere Verkaufspunkte für Brief-, Einschreiben- und Paketmarken. Die durchschnittliche Wochenöffnungszeit der Filialen betrage 54 Stunden. Zum Vergleich: 1990 waren es laut dem Sprecher 18 Stunden in der Woche. Rund um die Uhr stünden 3700 Packstationen mit 370.000 Fächern zur Verfügung. Die Post unterhalte 110.000 Briefkästen; 112.500 Brief- und Paketzusteller seien an sechs Tagen in der Woche auf Achse. "Mehr als 80 Prozent der Pakete und über 90 Prozent der Briefe sind am nächsten Werktag nach Einlieferung beim Empfänger." Um das alles auch künftig zu ermöglichen, seien neben Kostensenkungen auch Preisanpassungen notwendig, so der Sprecher. Briefmarken könnten auch online erworben werden.

"Das will ich eigentlich alles gar nicht wissen. Mir geht es um den Briefmarkenautomaten und darum, dass ich problemlos an Marken komme", sagt dazu die Leserin.

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