Freudenfest im Doppelpack

Auf den Baby-Boom folgt der Schüler-Boom: Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres sind zwei wichtige Bauprojekte fertig geworden. Der Anbau an die Ohain-Oberschule und der Neubau der Agricola-Grundschule werden dringend gebraucht.

Freiberg.

Es war nicht nur eine Duplizität, welche die Oberschule "Gottfried Pabst von Ohain" im Freiberger Stadtteil Friedeburg mit der Grundschule "Georgius Agricola" im Münzbachtal am gestrigen Donnerstag verband. Die Oberschule eröffnete ihren neuen Anbau, die Grundschule war gleich vollständig neu gebaut worden und wurde ebenfalls eingeweiht. Es gab aber noch weitere Parallelen.

Beide Bildungseinrichtungen standen in der Vergangenheit immer wieder vor dem Aus. Schuld daran waren die vor zehn Jahren noch erheblich zurückgegangenen Schülerzahlen. Bei der Agricola-Schule kam noch der überaus schlechte Zustand des Altgebäudes aus dem Jahr 1877 hinzu. Doch die Stadt und mit ihr der Stadtrat entschieden sich seinerzeit gegen Schließungen und bewiesen damit Weitblick. Denn aus dem kurz darauf einsetzenden Baby-Boom ist mittlerweile ein Schüler-Boom geworden.


Und noch etwas ist an beiden Schulen gleich. Die jeweiligen Schulleiter, Marion Hofmann an der Grund- und Dieter Heydenreich an der Oberschule, gehen ab Montag in ihr (voraussichtlich) letztes Schuljahr vor dem Ruhestand. Beide können sich sagen, dass das Feld, das sie hinterlassen, gut bestellt ist.

Ganz abgeschlossen sind die Bauarbeiten hier wie da noch nicht. Das gilt planmäßig vor allem für die Ohain-Schule. "Wir sind jetzt mit der Innensanierung des Altgebäudes im dritten Bauabschnitt", erzählt Heydenreich. "Zunächst hatten wir geplant, das teilweise bei laufendem Lehrbetrieb zu schaffen, aber wir mussten eine andere Lösung suchen." Zu groß war und ist der Baulärm, weshalb die Klassenstufen fünf und sechs im ehemaligen Hort an der Paul-Müller-Straße lernen, die Klassen sieben bis zehn dürfen bereits den modernen Anbau nutzen. Auch hier gibt es letzte Arbeiten zu tätigen. So ist der Außenbereich zunächst provisorisch, und innen sind die interaktiven Tafeln, die zum Einsatz kommen, noch nicht an die Wände montiert. "Für die Anschaffung dieser Whiteboards konnten wir das Förderprogramm Digitalpakt nutzen", erklärt Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos).

Werden diese Tafeln in der Ohain-Schule nur im Anbau zu finden sein, so ist man an der Agricola-Schule vollständig damit ausgerüstet. "Das mit der kreidefreien Schule ist für uns Lehrer zunächst einmal ungewohnt", sagt Marion Hofmann, die seit 20 Jahren alle Höhen und Tiefen in dem Haus mitgemacht hat und mit Lehrern, Eltern und dem OB für den Erhalt kämpfte. So großartig sie das Gebäude auch findet, regelrecht ins Schwärmen kommt sie, spricht sie von der Spielwiese, die über eine Brücke vom Obergeschoss aus zu erreichen ist. Drei Jahre mussten alle auf die Fertigstellung warten. Steigende Preise und zu wenige Handwerker zögerten sie unter anderem weiter hinaus. Die meisten der 120 Schüler, die hier am Montag mit Lernen beginnen, kennen nur die Grundschule "Carl Böhme", die als Ausweichquartier diente. Am morgigen Samstag werden die ersten 39 Erstklässler der Agricola-Schule eingeschult.

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