Friedeburg verändert sein Gesicht

70 Appartements will die Wohnungsgenossenschaft in Friedeburg bauen. Vier Fünfgeschosser und ein siebenstöckiges Gebäude sollen entstehen. Nun ist ein erster Meilenstein für das Projekt "Freiberger Garten" geschafft.

Freiberg.

Das Votum war eindeutig: Der Freiberger Stadtrat hat neulich einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für den Bereich Lessing-/Johanna-Römer-Straße aufzustellen. Er unterstützt damit ein Vorhaben der Wohnungsgenossenschaft, die mit der Wohnanlage "Freiberger Garten" in Friedeburg ihr erstes Quartiersprojekt nach der Wiedervereinigung angehen möchte, wie Vorstandsvorsitzender Thomas Buckreus erklärt. Für ihn ist mit der Zustimmung des Stadtrats ein erster Meilenstein erreicht. "Wir freuen uns sehr", sagt Buckreus.

Auf knapp 1,2 Hektar Fläche sollen fünf Gebäude errichtet werden: Ein Wohnturm mit sieben Geschossen und 13 Wohnungen ist nahe der Einmündung der Johanna-Römer- in die Friedeburger Straße geplant. Daran schließt sich im rechten Winkel eine Reihe von Terrassenwohnhäusern mit fünf Etagen und 57Wohnungen an, die sich über 130Meter bis nahe an das Gebäude Lessingstraße44 erstreckt. Dieses Haus soll stehen bleiben, das Nachbargebäude an der Lessingstraße 46 ist jedoch für den Abbruch vorgesehen. Das Gleiche gilt für die brachliegenden Technik- und Nebengebäude auf dem Areal. Als Zufahrt soll eine neue Straße von der Johanna-Römer- zur Lessingstraße dienen.

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"Ziel ist, unseren älteren Mitgliedern, Familien, Kindern ein schönes und für die Generationen passendes Quartier zu bauen", so Vorstandschef Buckreus. Damit werde der großen Nachfrage nach hochwertigen Mietwohnungen in attraktiven Lagen Rechnung getragen, die dennoch bezahlbar und barrierefrei seien. Der Standort punkte beispielsweise durch die Nähe zur Altstadt und die gute Versorgungslage - in der Nähe befinden sich etwa Kindereinrichtungen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen.

Der Bebauungsplan soll nach den Vorstellungen der Stadt im vereinfachten Verfahren erarbeitet werden, da es sich um die Wiederbelebung und Stabilisierung eines teils brachliegenden Areals handele, das im Flächennutzungsplan als Wohnbauland dargestellt sei. So ist unter anderem vorgesehen, abweichend vom "Normalverfahren" sowohl von der frühzeitigen Unterrichtung und Erörterung des Vorhabens als auch von der Umweltprüfung abzusehen. Ebenso wenig sind Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft angedacht.

Im Vorfeld habe sich die Genossenschaft mit dem Stadtentwicklungsamt und dem Arbeitskreis Stadtgestaltung abgestimmt, heißt es. Das letztgenannte Gremium, das eine Art Beirat für den Stadtrat darstellt, habe dem Vorhaben eine positive Empfehlung erteilt. Zudem seien Fachbereiche der Stadtverwaltung wie die Freiberger Abwasserbeseitigung, die untere Verkehrsbehörde und das Tiefbauamt in die Vorplanung einbezogen worden.

Der angedachte "Freiberger Garten" befindet sich in guter Gesellschaft. Auf der anderen Seite der Lessingstraße entsteht auf dem einstigen Gelände des Forschungsinstituts für Nichteisenmetalle (FNE) gegenwärtig das Gellertquartier.


In vier Jahren über 20 Millionen Euro eingesetzt

Mit 5025 Wohnungen gehört die Wohnungsgenossenschaft Freiberg zu den Großvermietern in Mittelsachsen; etwa jeder vierte Einwohner Freibergs wohnt bei der Genossenschaft.

7,9 Millionen Euro hat die Genossenschaft nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr investiert. Laut Vorstandsmitglied Jürg Kriesten wurden beispielsweise 239 Wohnungen modernisiert, an drei Häusern mit insgesamt zwölf Hauseingängen die Fassaden erneuert, an fast 700 Wohnungen die Eingangstüren ausgewechselt und an 40 Wohnungen in Freiberg und in Weißenborn Balkone nachgerüstet.

80 neue Pkw-Stellplätze seien darüber hinaus 2018 geschaffen, zwei Spielplätze neu gestaltet und zahlreiche Müllplätze erneuert beziehungsweise neu errichtet worden. Laut Vorstandschef Thomas Buckreus sind von 2015 bis 2018 insgesamt 20,6 Millionen Euro in die Häuser und Grünanlagen investiert worden.

Auf 4,86 Euro pro Quadratmeter beziffert Aufsichtsratschefin Stephie Brunsch die durchschnittliche genossenschaftliche Miete. Die Preise seien günstig, so Brunsch: "Und an der Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität arbeiten wir tagtäglich." (jan)

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