"Für ihn standen die Menschen im Vordergrund"

Der Freiberger Historiker Dr. Michael Düsing ist am 21. November verstorben. Auch jetzige und ehemalige Mitarbeiter des Christlichen Jugenddorfwerks trauern um ihn.

Freiberg.

Gedenken an Dr. Michael Düsing aus Freiberg, der am 21. November im Alter von 73 Jahren verstorben ist. "Für die breite Öffentlichkeit wird der Name Dr. Michael Düsing immer mit der Aufarbeitung jüdischen Lebens während der Zeit des Faschismus verbunden sein. Seine sich darin manifestierende humanistische Grundhaltung zeigte sich aber auch besonders in seinem beruflichen Alltag." Das schreibt Monika Schlesier im Namen von jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) Sachsen in Freiberg in einem Brief an die "Freie Presse".

Nach der Wende war Düsing der erste Jugenddorfleiter des CJD in Freiberg. Später war er dann auch mit verantwortlich für die Region um Pirna in der Sächsischen Schweiz. "Bei der Konzipierung von Projekten und Maßnahmen standen für ihn immer Überlegungen im Vordergrund, die persönlichkeitsfördernde Rahmenbedingungen für Menschen in schwierigen Lebenszusammenhängen schufen. Eine Vielzahl von Pilotprojekten wurden dadurch auf den Weg gebracht", berichtet Monika Schlesier, die Düsings Nachfolgerin beim CJD in Freiberg war.

Als Beispiele nennt sie neben den Projekten zu Biografien jüdischer Menschen und Traditionen auch grenzüberschreitende Projekte mit Tschechien, Angebote für psychisch beeinträchtigte Menschen "und natürlich auch das erste Mehrgenerationenhaus in Sachsen". Das "Bunte Haus" auf dem Freiberger Wasserberg entstand im Jahr 2006, als Düsing Jugenddorfleiter in der Bergstadt war.

Im Namen von einstigen und jetzigen CJD-Mitarbeitern schreibt Monika Schlesier: "Bei seiner gesamten Leitungstätigkeit verstand es Dr. Michael Düsing, die Mitarbeiter mitzunehmen." Er habe auf deren fachliche Kompetenz vertraut und die Umsetzung zukunftsweisender Ideen unterstützt. Für die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und für zahlreiche Teilnehmer in den einzelnen Projekten werde Dr. Michael Düsing stets als eine Leitungspersönlichkeit in Erinnerung bleiben. "Bei allen Entscheidungen standen für ihn zuerst die davon betroffenen Menschen im Vordergrund. Er verstand es, emotional aufgeladene Diskussionen so zu versachlichen, dass sich danach alle Beteiligten weiterhin als Kollegen begegnen konnten", betont Monika Schlesier. Und sie fügt hinzu: "Nach der Trauer um unseren Kollegen Michael Düsing wird er uns aber auch als ein humorvoller Mensch in Erinnerung bleiben."

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