Fürs nächste Fest wird schon kräftig Hand angelegt

HEIMATVEREINE: Sie sorgen für das kulturelle Leben, helfen bei der Verschönerung, pflegen Brauchtum und Traditionen ihrer Dörfer. Heute: der Heimatverein Niederbobritzsch.

Niederbobritzsch.

Beim Aufzählen kommt Frank Wersig regelrecht ins Schwärmen. Es ist eine ganze Menge an Aktivitäten, die der Vorsitzende des Heimatvereines Niederbobritzsch nennen kann. Dazu zählen aktuell auch die Vorbereitungen auf das Fest am 3. Oktober auf dem Platz an der Freilichtbühne.

Es ist schon zu einer schönen Tradition geworden, dass zum Tag der Deutschen Einheit jedes Jahr an der Straße im Neubaugebiet von dem Kindergarten und dessen Förderverein ein Baum gepflanzt wird - unterstützt vom Heimatverein. Dieses Mal wird es eine Eberesche sein. Am Vorabend des 1. Adventes sind die Mitglieder des Heimatvereins dabei, wenn die fünfeinhalb Meter große Pyramide angeschoben wird und am gleichen Tag der Weihnachtsmarkt stattfindet. "Dafür haben wir kürzlich zwei neue Hütten gekauft, sodass wir dieses Jahr in vier Verkaufsständen leckere Sachen anbieten können. Dazu werden der Kindergarten und die Feuerwehrkapelle mit einem kleinen Programm dabei sein", sagt der Vorsitzende, der seit 2010 die Fäden dieses 35 Mitglieder zählenden Vereines in der Hand hält.

In den vergangenen Jahren haben die Heimatfreunde 15 Ruhebänke aufgestellt, die von Bürgern, Betrieben, Einrichtungen und Handwerkern des Ortes gesponsert wurden.

Auf eines sind die Niederbobritzscher besonders stolz: "Wir haben an allen Gebäuden des Ortes, in denen einmal ein Handwerk oder Geschäfte beheimatet war, Schilder angebracht. Diese sind nun an 40 Gebäuden befestigt. Interessiert verfolgen Einheimische und Gäste, was sich in den letzten Jahrzehnten im Ort handwerklich so gegeben hat", sagt Matthias Joseph, der sich um die Finanzen im Heimatverein kümmert.

Für den ehemaligen Ortschronisten und Mitglied des Heimatvereines Eberhard Kretschel ist es selbstverständlich, dass er im Frühjahr und im Herbst seine Wanderungen mit Gästen durchführt. "Wenn auch die Teilnehmer immer älter werden und die Strecken damit kürzer, es macht mir immer noch Spaß", sagt der 85-Jährige. Doch die Niederbobritzscher haben sich für die nächsten Jahre bereits weitere Ziele gesteckt. So steht die Mitarbeit beim 300-jährigen Bestehen ihrer Traditionsgaststätte, dem "Goldenen Löwen" auf dem Programm. 145 Jahre Freiwillige Feuerwehr und das 8. Bobritzschtaltreffen warten 2020 ebenso auf die Heimatfreunde. Eine alte Scheune soll in den nächsten zwei bis drei Jahren zusammen mit Handwerkern und anderen Vereinen des Ortes saniert werden, die dann für über 100 Personen Platz für Veranstaltungen bietet.

Es sind noch eine ganze Menge mehr Aktivitäten, die der Heimatverein mit seinem vier Mitglieder zählenden Vorstand organisiert. "Es ist der harte Kern, der sich etwa vier Mal im Jahr trifft und alles vorbereitet. Kurz vor den Höhepunkten treffen wir uns natürlich öfter", erzählt der 73-jährige ehemalige Feuerwehrmann Frank Wersig. Er verweist aber darauf, dass ohne die Mitarbeit des Sportvereines, des Faschingsvereins, des Kleintierzüchtervereins und des Seniorenklubs im Ort und natürlich der Feuerwehr, die sich an all den Aktivitäten und Jubiläen beteiligt, das kulturelle Leben so nicht möglich wäre.

2007 wurde das 30-jährige Bestehen des Freibades gefeiert. Schnell merkten die Niederbobritzscher, dass sie für solche Höhepunkte und um die Heimatpflege und Traditionen fortzusetzen, einen Verein benötigten. Im gleichen Jahr gründeten sie den Heimatverein des Ortes, dessen Vorsitzender Jens Uhlemann wurde. Als Frank Wersig 2010 ins Rentnerleben einstieg, sah er, der bereits in vielen Ämtern ehrenamtlich tätig war, in der Arbeit des Vorsitzenden eine neue Herausforderung. "Nein ich habe es nie bereut. Ich kann mich doch auf unsere Einwohner verlassen. Wenn wir sie ansprechen, sind sie auch für unsere Vorhaben zu begeistern. Das gibt mir immer wieder neue Motivation für meine ehrenamtliche Arbeit", so der Niederbobritzscher.

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