Ganze Familie in Corona-Quarantäne: "Wir kommen uns vor wie Aussätzige"

Eine mittelsächsische Familie ist seit reichlich einer Woche in Quarantäne. Tochter, Mutter und Großmutter sind positiv auf Covid 19 getestet worden. Symptome haben sie kaum. Trotzdem leiden sie.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium


  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+)

Sie sind bereits registriert? 

2424 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    6
    Echo1
    20.09.2020

    @Juri nach so vielen Monaten Coronamassnahmen mit vielen gesundheitlichen Auswìrkungen abseits des "Killers", der Einschränkungen jeglicher Art und schlimmsten wirtschaftlichen Folgen, muss man der Bundes- und Landesregierung fortgesetzte unverantwortliche Angstmache bescheinigen. Vor Monaten sagte der Chefarzt des HBK Zwickau endlich mit der Angstmache aufzuhören. Er wurde hier in Sachsen nicht erhört. Einer der beruflich weiss, welche Folge Angst bei gesunden und kranken Menschen auslöst.
    .
    Der Virus ist der gesäte Angstvirus. Der ist schlimmer als Covid19. Wir sehen die Spaltung des Volkes und Ausgrenzung.

  • 7
    2
    KTreppil
    20.09.2020

    Mag sein, dass die Verantwortlichen in der Politik vor allem im Zeitraum März/April mit besten Absichten gewirkt und gehandelt haben. Sicher vor allem beeindruckt von den Verhältnissen in Italien und Spanien und von ihren Fehleinschätzungen in Januar und Februar. Auch ist klar, dass Politiker in der Regel keine Mediziner sind, als bestes Beispiel unser Gesundheitsminister und auf Expertenmeinungen zurückgreifen müssen. Es war schon richtig so wie es da gemacht wurde, vor allem weil man eh nur hinterher schlauer ist und wir nicht wissen was uns vielleicht zum Glück erspart geblieben ist. Soweit gehe ich mit. Wo es dann aber bei mir aufhört, ist die weitere Vorgehensweise. Wer andere Meinungen hat und seien sie teilweise auch auf wissenschaftlichen Grundlagen, wird entweder ignoriert bzw. nicht gehört oder im schlimmsten Falle als Covidiot oder Aluhut und Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Die Statistiken sind auch seltsam geführt. Warum kumuliert man immer wieder und weiter alle bisher aufgetretenen Fälle seit Beginn. Klar kann man das zur Statistik aufrechnen, aber müssen diese Zahlen täglich präsentiert werden? Täglich die neuen Fallzahlen, Art der Verläufe, Klinikauslastung aktualisiert sind doch viel aussagekräftiger? Vielleicht reicht ja auch irgendwann ein wöchentliches Update? Warum die derzeitige Statistik? Ist man sich bewusst, dass man damit Ängste und Verunsicherung in der Bevölkerung schützen? Man addiert doch sonst auch nicht alle irgendwann begonnenen Statistiken zu anderen Krankheiten immer wieder auf und meldet die Zahlen täglich. Bei der Grippe z.b.? Trotzdem sterben täglich wohl leider viel zu viele Menschen an Krebs und anderen schweren Krankheiten, ohne in einer Statistik heraus gearbeitet zu werden....
    Das alles führt leider zu den derzeitigen Verhältnissen und Verhaltensweise in der Gesellschaft.

  • 5
    3
    OlafF
    20.09.2020

    Nein wir sind nicht ihr Volk. Wir sind das Volk. Das ist der kleine Unterschied. Wir dürfen als Souverän der Politik der Regierung zustimmen, oder dies ablehnen. Wenn ein Teil des Volkes den Regierenden zu unbequem geworden ist, so müssen diese damit klar kommen oder ggf. , wenn diese zu viele sind zurücktreten.

  • 0
    9
    Juri
    20.09.2020

    Bisher zwanzig Kommentare. Zwanzigmal Unverständnis, Bedauern, Zorn und Ablehnung gegenüber denen, die dafür scheinbar Verantwortung tragen. Zwanzig mal in der Freien Presse und ganz sicher unzählige male im ganzen Land.
    Ich verstehe das und mir geht es spontan nicht anders. Aber hilft uns das? Hilft es den betroffenen Menschen?

    Vieles von diesen Negativgefühlen, von diesen verständlichen und dennoch nicht immer sachlichen Anschuldigungen ließen sich vermeiden, wenn die Menschen besser aufgeklärt würden.
    Dazu gehört auch eine Art Aufklärung, die in Notsituationen oft zu kurz kommt. Wir sollten uns auch immer wieder einmal gegenseitig erinnern, an Werte wie Mitgefühl, Vertrauen, Verantwortung für den anderen und Respekt.

    Wenn sich Fachleute, wie in diesem Beispiel Dr. Ulrich Döhling zu Wort melden könnten, die ohne mediales Geheule zur Situation erläutern.

    Bei allem Grund zur Klage sage ich dennoch: “Die Verantwortlichen haben diesbezüglich in diesem Land nicht alles falsch gemacht und hinterher sind immer alle schlauer“.

    Aber es fehlt uns Menschen an verständlicher Aufklärung und einer unermüdlichen Ermunterung zur gegenseitigen Solidarität und Hilfe. Es geht hier nicht um Schuld oder Nichtschuld. Hier und jetzt heißt es zusammenhalten und nach Lösungen zu suchen.
    Die täglichen Meldungen zu immer wieder neuen Fallzahlen machen die Sache nicht besser. Sie treiben nur Panik, Angst und leider auch Gleichgültigkeit vor sich her.

    Unsere Politiker sind für mich in diesem, oben beschriebenen Zusammenhang, keine Fachleute. Trotzdem haben sie die Verantwortung für „ihr“ Volk bezeugt und deshalb dürfen wir von ihnen auch Hilfe erwarten. Keine Fachliche, keine praktische, aber moralische. Und was das Thema Corona angeht, das sind mir diese Damen und Herren, im Gegensatz zu „Ihren“ aktuellen Themen zu zurückhaltend.

  • 5
    0
    klapa
    20.09.2020

    Danke, Echo, natürlich haben Sie Recht.

  • 11
    7
    klapa
    19.09.2020

    Die Interpretation eines Textes ist immer Sache des Empfängers, unabhängig von der Botschaft, die der Absender überbringen wollte.

    Nein, das Leben meiner Mitmenchen ist mir nicht egal und mir ist auch nicht klar, an welcher meiner Formulierungen das festgemacht wird.

    Gehe ganz einfach davon aus, dass ich über die Gefahr, die von Covid-19 ausgeht, nicht sachlich und korrekt unterrichtet werde und deshalb die Relevanz, Wirkssamkeit und Verhältnismäßigkeit der verfügten Maßnahmen nicht nachvollziehen kann. Wenn die Gefahr so groß ist, darf auch das Informationsbedürfnis sich auf dem gleichen Level bewegen.

    Und was ich dazu bis jetzt gelesen habe, auch unter gänzlich verändertem Blickwinkel, bestätigt mich leider darin.

    'Es gibt keine Pflicht zum Leben unter allen Umständen'

    - http://www.humanismus.de/pressemitteilung/gibt-keine-pflicht-zum-leben-unter-allen-umstaenden

    Bin ein gebranntes Kind und deshalb ist V e r t r a u e n in die Regeriung nicht meine Sache.

    Bemühe mich, alles zu hinterfragen und selbst zu denken.

  • 10
    7
    Echo1
    19.09.2020

    @DTRFC2005 da deuten Sie den @klapa falsch. Er meint nur, dass der Schaden durch die Coronamassnahmen größer ist als der Virus selbst Schaden anrichten kann.

  • 11
    7
    OlafF
    19.09.2020

    @DTRFC2005: Sie haben das Papier des Bundesinnenministerium gelesen und verinnerlicht ?

    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.html

    Kleiner Auszug aus PUNKT 4:
    [...]
    "Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden": Falsch. Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.

    W I E L A N G E N O C H , muss anderen Menschen ein schlechtes Gewissen eingeredet werden ?

    Bitte, es reicht !

  • 5
    18
    DTRFC2005
    19.09.2020

    klapa, man merkt an ihren Kommentar, das Ihnen andere Menschenleben egal zu sein scheinen.

  • 14
    3
    Lisa13
    19.09.2020

    Ja so ist diese Ellenbogen Gesellschaft geworden , ist sehr traurig.
    Als im Frühjahr der Virus in aller Munde war , die Kinder nicht in der Schule , mußte ich im Garten , Niesen ...hörte ich doch Nachbars 9 jährigen rufen , Mama ich glaube .... die hat Corona ..ich hoffe nur das die Klassenkameraden von den Kinder der betroffenen Familie sensibilisiert werden .

  • 20
    4
    RingsOfSaturn
    19.09.2020

    Man kann jetzt natürlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und einen Schuldigen für die Reaktionen suchen (und finden).

    Ich finde es sinnvoller den Bericht als Anstoß zu nehmen, sich selbst und vielleicht auch sein Umfeld auf so eine Situation vorzubereiten, um eben anders reagieren zu können, wenn solch ein Fall im Bekanntenkreis auftritt.

    Gerade deshalb bin ich dankbar für so persönliche Berichte, wenn der Inhalt auch schmerzhaft ist.

  • 15
    12
    diewildenfelserin
    19.09.2020

    @Pixelghost: Und? wurde der Kollege als Aussätziger betrachtet?
    Es ist doch offentsichtlich, dass der Hype um Corona das Ganze derart ausufern lässt.
    @MuellerF: Ich denke, es sind nicht nur Kleinstadtbewohner, im Gegenteil. Und ich denke auch, dass klapa das Richtige gemeint hat

  • 32
    13
    censor
    19.09.2020

    Was der Familie passiert ist, hat mich sehr traurig und auch wütend gemacht. Es ist leider kein Einzelfall, sondern man hört oder liest es immer öfter. Vor allem Kindern gegenüber nimmt diese Art der Ausgrenzung zu.

    Ich stelle mir die Frage: Ist unsere Gesellschaft tatsächlich erst jetzt so kaltherzig und nächstenfeindlich geworden oder steckt diese Eigenschaft tief drinnen? Holt "das Virus" bzw die politische Panikmache diese Eigenschaften nur ans Licht?

    Letztlich ist das Denk-und Handlungsschema ja immer, dass die Menschen einen Schuldigen für eine tatsächliche oder eingebildete Gefahr suchen, für etwas, das sie sich nicht erklären können und vor dem sie deshalb Angst haben.

    Sie suchen einen Sündenbock, an dem sie ihre eigene Angst abreagieren können. Und wer eignet sich dafür mehr als Menschen, die öffentlichkeitswirksam in Quarantäne geschickt und damit quasi zum Seuchenherd stilisiert werden?

    Das ist Hexenverfolgung auf moderne Art. Auch Hexen waren nur Sündenböcke für Krankheiten, Seuchen u Naturkatastrophen. In Pestzeiten machte man Jagd auf sog. "Pestsäer", die angeblich von Haus zu Haus schlichen und absichtlich die Pest verbreiteten.

    Ich dachte, wir leben in einem aufgeklärten Zeitalter.
    Mich erschüttert, wie leicht es ist, Menschen mental zurück in eine finstere Zeit zu versetzen, die wir alle überwunden glaubten.

    Wenn diese Maßnahmenpraxis mit allen ihren Folgen auch nur noch wenige Wochen so weiter geht, werden wir unsere Gesellschaft bald nicht mehr wiedererkennen.

  • 23
    10
    KTreppil
    19.09.2020

    Ich denke so eine Angst vor einer Krankheit gab es zuletzt nur als AIDS in den Anfängen diagnostiziert wurde. Damals war auch viel Unwissenheit im Spiel vor allem was die Übertragung betraf. Das Schicksal des kleinen Mädchens aus Österreich, über das "Stern TV" immer wieder berichtete, hat mich sehr betroffen gemacht. Damals bzw. überhaupt bei AIDS ging es aber auch zumindest um eine tödliche Krankheit, das Todesurteil für jeden der sich infizierte. Ist bei Corona zum Glück bei weitem nicht so, aber die Panik und der Hype durch teilweise hysterische Medien und Politiker, führen leider dennoch zu solchen Reaktionen in der Gesellschaft.

  • 27
    21
    mops0106
    19.09.2020

    Natürlich ist das, was der Familie bedauerlicherweise widerfährt, das Ergebnis der politischen und medialen Dauerangsterzeugung und unseres Zeitgeistes. Menschen fühlen sich wieder dazu berufen, sich als Blockwarte etc. aufzuspielen.

  • 15
    7
    Pixelghost
    19.09.2020

    @ernstel1973, lange vor Corona entschuldigte sich ein Kollege bei mir mit den Worten: Entschuldige, aber ich gebe dir heute mal nicht die Hand. Hab die Rüsselpest.
    Vorher hatte er aber an einem für alle eingerichteten Spezial-PC noch Maus und Tastatur „geknechtet“, die ich dann benutzen wollte.

  • 17
    27
    Haju
    19.09.2020

    Also Jesus hatte Mitleid mit Aussätzigen (und diese sogar geheilt).-
    Hmm. der linke Atheismus ist die am heftigsten wütende und gefährlichste Seuche für die Menschheit.

  • 26
    18
    Echo1
    19.09.2020

    Wer ist schuld? Das Virus? Oder die Massnahmen zu diesem Virus?

  • 47
    8
    MuellerF
    19.09.2020

    @klapa:

    Aus dem Text geht hervor, dass nicht die Quarantäne an sich die Familie psychisch belastet, sondern die Tatsache, dass sie von Teilen der Kleinstadtbewohner zum Sündenbock gestempelt wird. Diese engstirnige Mentalität findet sich auch in anderen Zusammenhängen...

  • 34
    42
    klapa
    19.09.2020

    Es ist offenbar so - die Maßnahmen gegen das Virus richten mehr Schaden an als das Virus selbst.

  • 44
    14
    Gebirger
    19.09.2020

    Schon toll, wie mit der Familie umgegangen wird. Konsequenz wird wohl für andere sein, das sie bei leichten Symtomen nicht zum Arzt gehen und sich auch nicht testen lassen. Ich vermute, dass viele Menschen nicht mal merken, infiziert zu sein. Hauptsache der Profisport läuft wieder. Dort scheinen ja alle Coronaregeln außer Kraft gesetzt zu sein.
    Corona scheint auch unsere strengen Datenschutzgesetze und die ärztliche Schweigepflicht völlig auszuhebeln. Stasi lässt grüssen...

  • 41
    26
    KTreppil
    19.09.2020

    So weit ist es gekommen, man fühlt sich verantwortlich weil man krank ist, es geht der Familie zum Glück relativ gut trotz Corona, dafür psychisch schlecht. Wo hat das alles hin geführt? Unsere Medien und die Politik mit all den Vorschriften, Einschränkungen und Anordnungen sind schuld daran. Manche Menschen haben weniger Angst vor der Krankheit als vor all der Regel- und Beschränkungswut. Da stimmt doch irgendwas gewaltig nicht mehr....

  • 62
    0
    ChWtr
    19.09.2020

    Der Familie kann man nur Mut zusprechen in der Hoffnung, das Tochter, Mutter, Oma schnellstmöglich und vollständig gesund werden. Der Spießrudenlauf ist unwürdig. Leider ist das in der heutigen medialen Zeit schon normal. Anfeindungen zeigen jedoch, wie der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wirklich ist. Wenigstens die Schule und der Arbeitgeber sollten sehr verantwortlich mit den Betroffenen bzw. deren Angehörigen dieser Infektion umgehen.

  • 52
    42
    ernstel1973
    19.09.2020

    Entschuldigen, weil man bisschen Schnupfen hat... so weit hat uns schon der mediale Hype gebracht, der schon fast wie ein olympischer Wettkampf von den Ländern betrieben wird. Verrückt. Genau so wie eine ganze Schule zu schließen, wegen einer Schniefnase. Künstlich erzeugte Angst macht halt auch bekloppt.