Gedenkveranstaltung Mauerbau: Damit Unrecht nicht vergessen wird

Zum Jahrestag des Mauerbaus wurde auf dem Freiberger Donatsfriedhof der Opfer des Stalinismus gedacht. Trotz Ferienzeit waren Oberschüler unter den Akteuren.

Freiberg.

An die Zeit der deutschen Teilung, so gesteht Marcus Herold, könne er sich nicht erinnern, dafür sei er 1989 noch zu klein gewesen. Herold ist Geschichtslehrer an der Oberschule "Clemens Winkler" und leistet gemeinsam mit Schülern einen Beitrag dafür, dass die Erinnerung an den stalinistischen Terror und die Teilung Deutschlands, die durch den Bau der Mauer am 13. August 1961 für 28Jahre zementiert wurde, nicht vergeht.

Zum Gedenken an jenen Tag, da sich die innerdeutsche Grenze unbarmherzig schloss, hatte sich am Donnerstag eine Gruppe von Menschen am Mahnmal für die Opfer des Stalinismus auf dem Freiberger Donatsfriedhof getroffen. Unter ihnen die Zeitzeugen Karl-Heinz Carolus und Karl-Heinz Mantau. Beide hatten neun Neuntklässlern der Winkler-Schule Rede und Antwort gestanden, Auskunft gegeben über die Ungerechtigkeiten, denen sie ausgesetzt waren.

Carolus musste mehrere Jahre in einem sibirischen Gefangenenlager verbringen. Gleiches widerfuhr Mantaus Vater. Die beiden Männer sind heute in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. "Aber wir werden immer weniger", so Mantau. "Das Durchschnittsalter liegt bei 80Jahren." Insofern sei es wichtig, dass junge Menschen die Erinnerungen bewahren. Freya Andrae, Lilly Marie Andrä und Lukas Stachelrodt waren gekommen, um die Erkenntnisse ihres Projektes vorzutragen. Bezogen auf den heute 91-jährigen Karl-Heinz Carolus, seine Gefangenschaft und die ewige Frage, ob es für ihn je wieder nach Hause gehe, sagte Lilly Marie Andrä: "Andere wären an dieser Ungewissheit zerbrochen, und wir können es uns gar nicht mehr vorstellen."

Jörg Woidniok, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, sieht in den heutigen Zeiten die einst wieder errungene Freiheit abermals in Gefahr. Er fragte, ob es mit dem Gedanken der Freiheit vereinbar sei, wenn ein Basketballspieler von seinem Club entlassen würde, weil er an einer genehmigten Demonstration in Berlin teilgenommen habe, wenn eine Kabarettistin wegen Drohungen aus dem linken Spektrum von einer Lesung ausgeladen werde oder die Polizei niedrigere Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen als die Veranstalter veröffentliche.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.