Gemeinde diskutiert Kita-Beiträge

Großhartmannsdorf will Satzung ändern, aber wie?

Großhartmannsdorf.

Ab 1. Januar 2021 kommen auf Eltern höhere Kosten für die Kinderbetreuung in Großhartmannsdorf zu. Die Gemeindeverwaltung will die seit 2017 geltende Elternbeitragssatzung erneuern. Am Montagabend haben die Räte dazu debattiert.

Die wesentliche Frage dabei: Soll der Beitrag Jahr um Jahr "automatisch" anhand eines festgeschriebenen Prozentsatzes an die Betriebskosten angepasst werden, oder soll der Gemeinderat wie bisher bei Bedarf darüber entscheiden? Notwendig werde eine Satzungsänderung, so Kämmerin Renate Flade, weil sich der Betreuungsschlüssel verändert habe und mit mehr Personal mehr Personalkosten anfallen; auch Betriebskosten seien gestiegen. Zudem habe die Gemeinde zuletzt 20.500 Euro zahlen müssen, weil mehr Großhartmannsdorfer Kinder in anderen Kommunen betreut werden als andersherum. Generell richtet sich der Elternbeitrag nach den Betriebskosten des Vorjahres, die stets am 30. Juni veröffentlicht werden. Aktuell zahlen Eltern für die 9-Stunden-Betreuung eines Krippenkindes im Ort 201,69 Euro, für ein Kitakind 124,12 Euro und für ein Hortkind 72,61 Euro. Maximal möglich sei die Erhöhung auf 261,60 Euro in der Krippe, 142,17 Euro in der Kita und 76,77 Euro im Hort.

Die Kämmerin will nicht am Maximalbetrag ansetzen, sondern schlägt vor, den Beitrag in der Krippe bei 21 Prozent der Betriebskosten festzusetzen; das entspricht 238,85 Euro; den Kitabeitrag bei 29 Prozent und damit bei 137,44 Euro festzulegen und den Hortbeitrag ebenfalls bei 29 Prozent und damit 74,21 Euro festzusetzen.

Gemeinderat Herbert Hengst (CDU) hält den Kostensprung für zu groß: "Rund 400 Euro mehr im Jahr für ein Krippenkind finde ich sehr heftig." Gemeinderat Philipp Preißler (FWV) schlägt eine schrittweise Anpassung vor, um Eltern nicht zu überfordern und die Gemeinde weiterhin attraktiv zu halten. Bürgermeister Werner Schubert (CDU) erklärte daraufhin, dass sich durch den veränderten Betreuungsschlüssel die Betreuungsqualität für die Kinder verbessere. "Die Eltern müssen die erhöhte Qualität aber auch mit bezahlen." Gemeinderat Patrick Rudolph (FWV) rechnete vor, dass sich die Kosten für eine Familie mit einem Krippen- und einem Kitakind pro Jahr um rund 600 Euro erhöhen würden. "Das ist viel zu viel für die Eltern." Flade entgegnete, dass die Beiträge seit 2018 nicht erhöht worden seien. Mit Blick auf die geminderten Gewerbesteuereinnahmen durch die Coronapandemie warnte Schubert: "Die Gefahr eines Haushaltssicherungskonzeptes besteht, wenn wir relativ kleine Schritte nicht machen." Er bat die Räte, binnen 14 Tagen Meinungen und Ideen an das Rathaus zu schicken. (cor)

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