Gemeinde setzt auf eigenes Holz als Rohstoff

Nach Stürmen und Käferbefall lässt sich mit dem Wald kein Geld verdienen. Daher geht die Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf nun ungewöhnliche Wege und lässt Bretter sägen.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Die Lage im Gemeindewald von Bobritzsch-Hilbersdorf ist miserabel. Stürme, Trockenheit und Schädlinge setzen den Bäumen zu. Und statt wie vorgesehen, 300 Festmeter Holz in diesem Jahr aus dem Wald zu holen, sind bis jetzt gut 10.000 Festmeter angefallen. Da die Situation woanders nicht besser ist und der Markt von Bruch- und Käferholz überschwemmt wird, sind die Preise im Keller.

Um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sind die Erlöse laut Bürgermeister René Straßberger (CDU) gesunken. Die Folge: Der finanzielle Aufwand ist weit höher, als letztlich mit dem Verkauf in die Kasse gespült wird. Da das den Pächter des Gemeindewalds überfordern würde; und auch, weil dieser Ausnahmefall im Vertrag nicht abgedeckt war, sprang ihm die Kommune im Frühjahr bei. Sie kümmert sich um die Beseitigung des Schadholzes. Doch das ist teuer: Bis jetzt schlagen rund 98.000 Euro zu Buche. Doch es wurden erst 3000 Festmeter aus dem kommunalen Wald bei Oberbobritzsch geholt.


"Wir werden nicht das gesamte Holz verkaufen", sagt René Straßberger. Ein mobiles Sägewerk soll Bretter machen, um die Scheune bei der Freilichtbühne in Niederbobritzsch sanieren zu können. Doch da auch diese Serviceanbieter mit Anfragen überhäuft werden, kann das Schneiden der Bretter erst im Herbst erfolgen. Danach muss das Holz trocknen, ehe es, wie Straßberger anfügt, in den nächsten drei Jahren als Baumaterial verwendet wird. Dem Gemeindechef ist durchaus bewusst, dass es sich um Symbolpolitik handelt. Schließlich werden nur 40 Festmeter Holz zu Brettern verarbeitet. Der Rest wird verkauft, nicht nur an Großabnehmer, sondern auch an Privatleute. Für Letztgenannte ist es mittlerweile günstiger. Denn auch hier reagierte die Gemeinde mit einer Preissenkung auf die aktuelle Marktlage.

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