Generationswechsel beim Kreissportbund

Volker Dietzmann hat den Verband jahrelang geführt, nun rückt er in die zweite Reihe. Eric Braun dürfte als neuer Chef gut zu tun haben. Schließlich sind beim KSB 400 Vereine engagiert.

Freiberg/Hartha.

Der Kreissportbund Mittelsachsen (KSB) hat am Samstag einen Generationswechsel vollzogen. Beim Kreissporttag in Hartha wurde ein neuer Präsident für den mit 47.131 Mitgliedern größte Verband in Mittelsachsen gewählt. Die Geschicke des KSB leitet nun der 32 Jahre alte Eric Braun, der von 2008 bis 2018 Vereinschef beim SV Fortschritt Lunzenau und zuletzt Regionalvertreter der Kreissportjugend war. Der bisherige Chef Volker Dietzmann (59) hatte angekündigt, ins zweite Glied rücken zu wollen.

Er arbeitet künftig als Vizepräsident, ebenso wie Matthias Scheidig (Präsident des BC Hartha) und Diana Weiser - eine Vermögensberaterin aus Burgstädt, die im dortigen Reitverein aktiv ist, am Samstag aber nicht in Hartha dabei war. Alle wurden einstimmig gewählt. Zudem gehören noch der Vorsitzende der Kreissportjugend, Philipp Hartewig, sowie KSB-Ehrenpräsident Rüdiger Borck dem Vorstand an.

Eric Braun dankte für den Vertrauensvorschuss: "Ich freue mich über das starke Ergebnis. Nun möchte ich das Gute weiter ausbauen und wo Neues zu finden ist, gilt es Wege zu finden." Braun betonte gleichzeitig, dass dies nur als Team geht. "Dafür haben wir ein starkes Präsidium." Acht neue Präsidiumsmitglieder stehen ihm neben dem Vorstand zur Seite.

Landrat Matthias Damm (CDU) sprach von einem "beeindruckenden Vormittag" und bot dem KSB weiterhin die Zusammenarbeit an. "Seit der Fusion ist der Landkreis trotz der Unterschiede gut zusammengewachsen", erklärte Damm. "Dennoch ist es ein Rucksack, den Volker Dietzmann an seinen Nachfolger weitergibt."

Dietzmann wurde kurz vor der Wahl - ebenso wie der ehemalige Vizepräsident Ronny Wiehl - mit der Goldenen Ehrennadel des Landessportbundes ausgezeichnet. "Dafür habe ich es aber nie gemacht", sagte der 59-Jährige. "Es hat mir bis heute eine große Freude gemacht, für Euch da zu sein." Zuvor blickte Dietzmann noch einmal auf die vergangenen Monate zurück. "Der Sport ist weiterhin ein Evergreen und ein Ort der Teilhabe und Integration", sagte er. "Viele Vereine haben in den vergangenen Jahren Mitglieder gewonnen, die vor einigen Jahren gar nicht gewonnen werden konnten." Zudem sei der Sport weiterhin ein Krisenmanager. "Wir Sportler sind da auch Selfmade-Typen." Das habe man bei den Hochwassern 2002 und 2013 gemerkt. "Und natürlich ist die Coronakrise eine Herausforderung, die wir bisher nicht kannten." Dass die Mitgliederanzahl beim KSB steigt, obwohl die Einwohnerzahl in Mittelsachsen sinkt, sei ein starkes Zeichen, so Dietzmann. "Wir haben weiter um die 400 Mitgliedsvereine." Fünf neue wurden am Samstag in die KSB-Familie aufgenommen: der RSV Fiu Bike Augustusburg, die Döbelner Dance Company, das Sportmuseum Mittelsachsen, der MSC Wechselburg sowie die Privilegierte Bogen und Scheibenschützengesellschaft 1498 aus Geringswalde.

Besonders freute es Dietzmann, dass Mittelsachsen nun den ersten Großsportverein mit mehr als 1000 Mitgliedern hat: Der ATSV Freiberg hat die magische Zahl überschritten und ist mit 1023 Mitgliedern zugleich einer der zuwachsstärksten Vereine 2019 gewesen (+57). Zudem wurden zwei Sport-Oscars an Ehrenamtliche vergeben: an Hans Marschner (Vereinschef LWV Geringswalde) sowie an den Präsident von Rotation Göritzhain, Benjamin Zschage.

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