Gerüche: Amt nennt zwei Ursachen

Lauenhainer haben die Firma Pyral im Verdacht

Mittweida.

Zu den genauen Ergebnissen der Geruchsmessungen im Mittweidaer Ortsteil Lauenhain, die das Landratsamt Mittelsachsen ab Ende 2018 durchführen ließ, hüllt sich die Behörde nach wie vor in Schweigen. Doch die Antwort von Landrat Matthias Damm (CDU) auf eine Anfrage des Mittweidaer Kreisrats Torsten Bachmann (Linke) enthüllt weitere Details.

So geht aus dem Schreiben hervor, dass im Februar aufgrund des Gutachtens neben der Recyclingfirma Pyral auch das Unternehmen Fehr Umwelt Ost angehört wurde, welches am Rande des Lauenhainer Gewerbegebiets einen Wertstoffhof betreibt. "Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich bei den beiden Betrieben beziehungsweise bei einem dieser Betriebe um den oder die wahrscheinlichen Verursacher", teilte André Kaiser, Sprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage von "Freie Presse" mit. Bei den Anhörungen wurde den Firmen laut Kaiser Anfang des Jahres die Sach- und Rechtslage dargelegt. "Die weiterführenden Maßnahmen sollten anschließend gemeinsam besprochen werden", so der Kreissprecher. Laut Landrat Damm waren diese Gespräche für Anfang März angesetzt. "Diese wurden aufgrund der Coronalage ausgesetzt. Konkrete Termine bestehen bis dato nicht", schreibt er in seiner Antwort an Kreisrat Bachmann.

Klarere Erkenntnisse über die möglichen Verursacher der Gerüche habe das Landratsamt aufgrund der Anhörungen nicht gewonnen. Eine Fortsetzung der Geruchsmessungen ist laut Damm nicht vorgesehen. "Das Projekt, welches durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie begleitet wurde, ist abgeschlossen. Eine Eingrenzung des Verursachers ist im Übrigen auch nicht bei einer Fortführung bzw. Wiederholung der Geruchsaufzeichnung zu erwarten", heißt es in seinem Schreiben.

Sieglinde Groß, Geschäftsführerin von Fehr Umwelt Ost, bezweifelt, dass ihr Unternehmen für die Geruchsbelästigungen verantwortlich ist. Zum einen seien die Abfälle mit denen vor Ort gearbeitet werde - etwa Sperrmüll, Papier und Elektroschrott - wenig geruchsintensiv. Zum anderen herrsche auf dem Betriebsgelände reger Publikumsverkehr. An Gesprächen mit dem Landratsamt wolle Fehr "im Sinne umfassender Klärung" gerne teilnehmen.

Die Firma Pyral hat derweil angekündigt, künftig Biofilter zur Geruchsreduzierung einsetzen zu wollen, heißt es in der Anfrage von Kreisrat Bachmann. "Die Maßnahme wurde behördlicherseits geprüft und zugelassen", so der Landrat. "Die Inbetriebnahme wurde noch nicht angezeigt." Pyral ließ eine Anfrage von "Freie Presse" unbeantwortet. (lkb/jl)

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