Geschichten aus Sankt Michaelis

Über Jahrzehnte galten alte Akten aus dem Ortsarchiv als verschollen. Jetzt finden sie sich in einem Büchlein wieder.

Brand-Erbisdorf.

Es handelt sich nicht um eine Chronik von Sankt Michaelis, betont Maria Sauter. "In dem Buch steht genau das drin, was auf dem Deckel zu lesen ist", sagt sie: "Sankt Michaelis - Geschichte und Geschichten" ist zu lesen. Die 124 Seiten starke Broschüre ist kürzlich erschienen und für 12 Euro im Museum "Huthaus Einigkeit" in Brand-Erbisdorf erhältlich.

Dessen Direktor Thomas Maruschke hat mit Beiträgen zum Bergbau im Brand-Erbisdorfer Stadtteil seinen Anteil daran und weiß Interessantes zu berichten. "Es ist doch heute eher unbekannt, dass die Ausbeute an Silbererz in Sankt Michaelis andere Gebiete wie etwa Schneeberg bei weitem in den Schatten stellte", sagt er.

Den Beitrag zur Ortsgeschichte schrieb Maria Sauter, doch war das Ehepaar Ortrun und Lothar Kötzsch maßgeblich am Gelingen des Buches beteiligt. So stammt etwa ein ausführlicher und teilweise berührender Text zur Schulgeschichte aus der Feder der ehemaligen Lehrerin Ortrun Kötzsch. Weitere Abschnitte widmen sich etwa der Entwicklung der Landwirtschaft, der freiwilligen Feuerwehr und dem Gewerbe.

Die letzte Publikation, die sich allein mit Sankt Michaelis befasste, stammt von 1956. "Sie entstand damals anlässlich eines Festes", so Thomas Maruschke. "Doch war sie nicht besonders umfangreich." Fehlerhaft wohl obendrein. Dass nun das neue Buch auf dem Tisch liegt, ist einem kleinen Wunder zu verdanken. Denn über Jahrzehnte hinweg galten die alten Akten mit allen Belegen und Aufzeichnungen aus dem Ortsarchiv als verschollen. "Man wusste lediglich noch, dass sie in den 1960er-Jahren einmal geordnet wurden", so Maria Sauter. Danach verlor sich ihre Spur. Bis 1992 Abrissarbeiten auf dem Gelände des Brand-Erbisdorfer Rathauses all diese Zeugnisse wieder zutage brachten. Schon seit langem war eine Veröffentlichung geplant. Bereits 2016 hatte der Ortschaftsrat von Sankt Michaelis das Ergebnis in den Händen halten wollen. Es dauerte aber noch ein wenig. Nun liegt eine informative, reich illustrierte Broschüre vor.

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