Gesucht: Fahrlehrer - Bedingung: arabische Sprache

Der Chef der ABC-Fahrschule in Freiberg möchte einen neuen Mitarbeiter einstellen. Denn immer mehr Flüchtlinge wollen die Fahrerlaubnis ablegen.

Freiberg.

Wolfram Rohr, Chef der ABC-Fahrschule in der Freiberger Bahnhofstraße, sucht händeringend einen Mitarbeiter. Voraussetzung: Der neue Kollege muss arabisch sprechen. Denn in Rohrs Fahrschule sprechen immer mehr Syrer vor, die gern die Fahrerlaubnis erwerben wollen. Selbst, wenn sie einen Führerschein aus ihrem Heimatland haben, müssen die Flüchtlinge erst eine theoretische und praktische Prüfung ablegen, bevor sie in der Bundesrepublik Auto fahren dürfen.

Laut Rohr haben sie für den Theorieteil meist Lehrbücher in Arabisch mit. "Doch bei der Praxisausbildung ist es schwieriger - da verständigen wir uns mit Händen und Füßen. Oder sie bringen einen Landsmann mit, der besser Deutsch kann", sagt er. Aber ein Fahrlehrer, der arabisch kann, sei natürlich 'besser.


Mit seinem Anliegen hat sich Rohr jetzt an die Arbeitsagentur in Freiberg gewandt. "Ich hoffe auf Unterstützung", sagt er. Prinzipiell würden neue Fahrlehrer im Freiberger Raum gebraucht. "In den nächsten Jahren gehen viele in den Ruhestand", so Rohr. In Mittelsachsen ist die Anzahl der Fahrschulen seit 2010 rückläufig. Laut Statistischem Landesamt gab es 1994 46 Fahrschulen und 2000 waren es 31. Für 2010 weist die Statistik 60 und für 2015 43Fahr- und Flugschulen aus, wobei es im Kreis nur vereinsbetriebene Flugschulen gibt.

Laut einer Arbeitsagentur-Sprecherin steht der Arbeitgeberservice des Jobcenters Mittelsachsen und der Agentur für Arbeit Freiberg in Kontakt mit Fahrschulchef Rohr. "Bisher konnte jedoch noch kein passender Bewerber gefunden werden", so die Sprecherin. Aktuell sei niemand arbeitslos gemeldet, der Fahrlehrer ist oder werden will.

Voraussetzungen für die Besetzung einer Stelle als Fahrlehrer seien beispielsweise der Besitz des deutschen Führerscheines und mehrjährige Fahrpraxis. Auch die Möglichkeit einer Weiterbildung sei geprüft worden. "Überwiegend scheitert eine Förderung der beruflichen Weiterbildung bei dem Personenkreis der Menschen mit Migrationshintergrund leider immer noch an den Deutschkenntnissen. Der Wissenstransfer bei den regionalen Bildungsanbietern erfolgt ausschließlich in deutscher Sprache", so die Sprecherin. Laut Arbeitsagentur liegen derzeit keine weiteren Nachfragen nach einem arabisch sprechenden Fahrlehrer vor.

Arbeitsagentur-Chefin Susan Heine hatte auf der IHK-Regionalkonferenz im Oktober 2016 gesagt, dass wieder stärker in Umschulungen investiert werden soll. "Geld ist dafür ausreichend da", betonte die Fachfrau. "Wir müssen aber weg von diesem Gießkannenprinzip. Wenn wir umschulen, dann müssen wir sicher sein, dass die jeweilige Person die Probezeit schafft und im Unternehmen auch bleibt." - Einen anderen Weg als Wolfram Rohr geht die FTV Fahrschule in der Meißner Gasse in Freiberg. Sie bietet ab Montag nächster Woche laut Geschäftsführer Jochen Haber "Unterricht mit Dolmetscher" für arabisch sprechende Fahrschüler an.

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9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    Zeitungss
    12.05.2017

    Dieser Einspruch ist mehr als berechtigt, versteht natürlich auch nicht jeder.

  • 7
    1
    Einspruch
    12.05.2017

    Also erst hieß es, da kommen arme Menschen oder Fachkräfte, die nur das retten konnten, was sie auf dem Leib tragen oder anders gesagt, nur das nackte Leben. Diese Illusion ist ja schon lange geplatzt.
    Jetzt haben die auf einmal nach ein paar Monaten des Nichtstuns Geld für ein Auto und den Führerschein, nachdem man die schon mit teuren Fahrrädern und Klamotten durch die Stadt laufen sieht wieso müssen meine Kinder sich dass erst erarbeiten? Woher haben die das Geld, für das unsereins Jahre arbeiten und sparen muss? Mit dem Status des armen Flüchtlings passt das jedenfalls nie und nimmer zusammen. Der Ungerechtigkeiten werden immer mehr, wie unsere Neulinge alles hinten und vorne rein gesteckt bekommen, immer auf unsere Kosten.
    Nur am Rande sei erwähnt, dass viele in ihren Herkunftsländern es als Schwäche ansehen, die Vorfahrt zu gewähren oder Frauen gleich mal nach deren Ansicht gar nichts am Steuer verloren haben. Nach den bisher durch die Presse gegangenen Ausfällen und Ausrastern der Gäste wäre vielleicht eine Vorsorgliche MPU zu empfehlen.
    Das es im September keine Änderung gibt, ist zu erwarten. Außer Windbeuteln, Träumern und Heuchlern nichts in Sicht, höchstens Abbau sozialer Leistungen wahrscheinlich bis zum Kollaps der Sozialsysteme, wenn erst der ganze Familienclan nachgeholt wird zur Not auch illegal ohne Erlaubnis.

  • 6
    0
    Zeitungss
    12.05.2017

    Voigtsberger, bis auf einen Punkt alles richtig. Die schweigenden Massen werden auch weiterhin schweigen, was das eigentliche Problem darstellt, Änderung nicht annähernd in Sicht.

  • 3
    1
    fschindl
    11.05.2017

    es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass auch die Fahrschulen Gewinner der Flüchtlinge sind...
    dass die FP überhaupt einen Artikel darüber strikt ist eigentlich schon abenteuerlich

  • 5
    1
    voigtsberger
    11.05.2017

    Zeitungss: Es wird im September nichts anderes herauskommen, als "Mutti", denn die Alternative schimpft zwar über die Flüchtlinge, aber ist in ihren Parteiprogramm noch unsozialer als die FDP. Die auf Rot-Rot-Grün hoffen müssen sich auf ungehinderte Einwanderung einstellen und das vor allen in unsere Sozialsysteme, was auch nur Sozialabbau bei den Leistungen der gesetzlich Versicherten Bürgern zu Folge hat.
    Also wird entweder der Teufel oder der Beelzebub gewählt, am Ende wird sich für das entschieden was man kennt, denn für Experimente gibt es noch kein "Licht am ende des Tunnels"!
    Aber mit ein "weiter so" werden doch noch genügend aufwachen und die schweigende Masse die Stimme erheben, weil in den nächsten 4 Jahren kann es nur noch schlimmer werden, besser bestimmt nicht. Da müssten die politischen Eliten, die Wirtschaft und die Beamten ihre Pfründe beschneiden und ans Gemeinwohl denken, doch dazu fehlt es an Solidarität für die Bürger, die deren Daseinsberechtigung erst ermöglichen!

  • 2
    2
    Zeitungss
    10.05.2017

    Ja Voigsberger, Sie haben recht, die Erfinder betrifft es nicht und somit ist der Kittel geflickt um es auf den Punkt zu bringen. Im Monat September könnte es der mündige Bürger beeinflussen, was er natürlich nicht möchte, wir haben unsere Mutti und wer geht schon gegen seine Eltern vor ??????? Als geistiger Tiefflieger lasse ich mich gerne und ausführlich auf den neuesten Stand bringen, es sollte nur Hand und Fuß haben, was schwierig werden dürfte, aber einen Versuch sollte es wert sein.

  • 16
    1
    voigtsberger
    09.05.2017

    Da habe ich bei der Integration einiges nicht richtig verstanden, wie erst Deutschkurs, dann Schulausbildung oder Lehre und dann kann man sich Wünsche erfüllen, wenn man es sich leisten kann oder es die Arbeitsagentur verlangt das man mobil ist. Warum die Fahrschule vom Steuerzahler und langjährig Versicherten in der gesetzl. Arbeitslosenversicherung finanziert und dann noch ein Dolmetscher bezahlt ist schon eine Frechheit gegenüber unseren Bürgern. Wenn ja, aber bitte von denen finanziert, die 2015 nur Facharbeiter, Ärzte und Ingenieure kommen gesehen haben. Meine Kinder haben wehrend des Studiums nebenbei gearbeitet, um sich den Führerschein zu finanzieren, denn da gab es von den Ämtern nichts dazu, nicht einmal Fahrgeld zu den nicht bezahlten Praktika! Und das nennen einige in unseren Land noch gerecht!

  • 8
    3
    Zeitungss
    09.05.2017

    Die Verkäufer in den Autohäusern sollten auch schon mal die Schulbank drücken, die Neukunden wollen umgarnt werden oder habe ich hier einen Denkfehler ?????

  • 19
    1
    Deluxe
    09.05.2017

    Jetzt weiß ich endlich, was Fachkräftemangel ist.
    Es fehlen einfach Fahrlehrer mit Arabischkenntnissen!

    Man faßt sich an den Kopf...
    Wer hier leben und Auto fahren lernen will, der soll nicht nach arabischsprechenden Fahrlehrern fragen, sondern gefälligst selbst Deutsch lernen!



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