Große Bade-Sause zum Jubiläum

Seit 1978 wird in Reinsberg gebadet. Zu DDR-Zeiten mehrfach gekürt, stand das Bad zwischendurch auf der Kippe. Jetzt scheinen alle glücklich.

Reinsberg.

32 Grad Luft- und 27 Grad Wassertemperatur schrieb Ute Flemming am Samstag, 13 Uhr an die Tafel im BadePark Reinsberg. "Perfekt", um das 40. Jubiläum des Bades mit viel Musik, Wasserwettbewerben und Markttreiben zu feiern, freut sich Ute Flemming. Sie ist Vorsitzende des Vereins "Reinsberg.er.leben", in dessen Regie die Badesaison seit diesem Jahr gewährleistet wird, nachdem sich 2017 lediglich eine Interessengemeinschaft darum kümmern konnte. Denn dass der BadePark seine vier Jahrzehnte würde vollenden können, stand für einige Zeit auf der Kippe.

Ob damals, im Jahr 1978, zur Eröffnung der Anlage ebenfalls derart hohe Temperaturen herrschten, ist nicht überliefert. Auch das genaue Datum der Einweihung ist nicht bekannt. Es dürfte wohl im Juni gelegen haben. Doch, wann der Grundstein für das Bad gelegt wurde, ist bekannt. Denn von damals existiert noch ein Rettungsring in knalligem Orange, auf dem der 19. Juli 1977 verewigt ist. Geschaffen wurde die Anlage im Auftrag des VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe. "Zu diesem Betrieb gehörte damals das Schloss Reinsberg", erzählt Matthias Flemming vom Verein. "Von dem wurde es als Urlaubshotel genutzt." Um den Erholungssuchenden eine weitere Attraktion zu bieten, schuf man das Freibad, worüber sich auch die Einwohner des Ortes und der Umgebung freuten.

Das Besondere ist heute noch deutlich sichtbar, denn die ungewöhnliche und schöne Architektur wurde von Studenten des Weimarer Bauhaus entworfen. Deshalb und wohl auch wegen der wunderschönen Lage direkt am Wanderpfad der Grabentour, wurde das Areal zu DDR-Zeiten mehrfach zum schönsten im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt gekürt. 15 Jahre lang fanden keine Veränderungen statt. 1993 wurde dann eine umfangreiche Sanierung vorgenommen, bei der man unter anderem das Edelstahlbecken einsetzte. Ab da übernahm auch die Gemeinde das Bad. "Das war eine große Herausforderung, verbunden mit einer 25-jährigen Bindefrist", sagt Bürgermeister Bernd Hubricht, der ebenfalls beim Jubiläumsfest mitwirkte.

Anfang 2017 musste der Gemeinderat dann die Bremse ziehen, da man die Zuschusskosten nicht mehr aufbrachte. Es gründete sich daraufhin die Interessengemeinschaft, aus welcher 2018 der Verein hervorging, der nun Hand in Hand mit der Gemeinde arbeitet. "Das funktioniert alles in allem sehr gut", bestätigt Ute Flemming. Eine gemeinsame Vereinbarung regelt die Modalitäten. "Dass dieser 40. Geburtstag gefeiert werden kann, ist ein Verdienst der Einwohner", so Hubricht. "Davor ziehe ich den Hut." Und der Sommer habe ebenfalls mitgespielt. Selbst wenn jetzt nur noch Regentage kämen, sei man erfolgreich. "An einem Tag hatten wir sogar bis zu 1200 Besucher", erzählt die Vereinschefin. Und auch zum Jubiläum war der BadePark sehr gut gefüllt.

Insgesamt 74 Mitglieder zählt der Verein. Um den Badbetrieb kümmern sich ein hauptamtlicher Schwimmmeister und mindestens vier konstant verfügbare Rettungsschwimmer. Besonders stolz sei man, dass man mit 14 ehrenamtlichen Helfern den Kassenbereich abdecken konnte. Bis Ende August wird der Park geöffnet bleiben, bei schönem Wetter auch darüber hinaus. Da könne man jetzt deutlich flexibler agieren. Bei so viel Engagement muss einem um die nächste 40 Jahre wohl kaum bange sein.

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