Großeinsatz mit Feuerwehr und Rettungsdienst im Industriegebiet

Auf dem PSW-Gelände in Brand Erbisdorf hat gestern eine Anlage gebrannt. Ersten Meldungen zufolge gab es drei Verletzte.

Brand-Erbisdorf.

Dunkle Rauchschwaden über dem Brand-Erbisdorfer Industriegebiet Ost und das Sirenengeheul zahlreicher Einsatzfahrzeuge haben gestern Nachmittag in der Bergstadt für Aufsehen gesorgt. Vor den Toren des auch als PSW-Gelände bekannten Areals an der Berthelsdorfer Straße - einst hatte hier das Press- und Schmiedewerk seinen Sitz - hatten sich unzählige Schaulustige eingefunden.

Gegen 16 Uhr war der Alarm ausgelöst worden - ersten Meldungen zufolge war es in einer Produktionshalle zu einem Maschinenbrand gekommen. Die Rettungsleitstelle beorderte mehrere Feuerwehren und medizinisches Personal zum Brandort, auch die Polizei rückte an. Offenbar gestalteten sich die Löscharbeiten schwieriger als zunächst erwartet, sodass Kräfte nachalarmiert werden mussten.

Insgesamt 55 Helfer der freiwilligen Feuerwehren aus Brand-Erbisdorf, Langenau, Gränitz, St. Michaelis und Linda waren mit zwölf Fahrzeugen vor Ort im Einsatz. Auch das Deutsche Rote Kreuz schickte mehrere Einsatzfahrzeuge an den Unglücksort. Ersten Angaben zufolge mussten drei Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung behandelt werden. Es soll sich dabei um Mitarbeiter der Firma handeln, die zunächst versucht hatten, den Brand zu löschen, dann aber erkennen mussten, dass sie der Flammen nicht Herr werden und Hilfe brauchen. Wie es vor Ort hieß, seien alle übrigen Beschäftigten unversehrt geblieben. Die Brandschutzanlagen in dem Betrieb, zu denen beispielsweise Feuerschutztüren und Rolltore gehören, hätten tadellos funktioniert. Noch am Abend lief die Produktion in einigen Abteilungen wieder an. Zur Brandursache gab es gestern Abend noch keine gesicherten Erkenntnisse. Ebenso war die Höhe des Schadens bis dahin noch nicht bekannt.

Nach Darstellung der Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf haben sich in dem Industriegebiet am Stadtrand mehrere Metall verarbeitende Betriebe angesiedelt. Diese führten das innovative und qualitativ hochwertige Schmieden, insbesondere als Zulieferer für die Automobilindustrie, fort. Darüber hinaus haben hier unter anderem Firmen aus der Logistikbranche und dem Werkzeugbau ihren Sitz. (mit vt)


Standort mit Tradition bei der Herstellung von Schmiedeteilen

Das Press- und Schmiedewerk galt einst mit 1800 Mitarbeitern als größter Hersteller von Schmiedeteilen in der DDR. Nach der Wende erwarb die Peddinghaus-Gruppe PSW und meldete 2003 Insolvenz an. Die Nord-Metall AG Nordenham - später PSW Group AG - stieg in die Schmiede ein. Ende Januar 2009 meldete PSW erneut Insolvenz an - auf Druck der 260 Mitarbeiter. Ab 1. November 2009 waren die Henning PSW Holding und die Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH Gesellschafter. Auch die Holding musste im Oktober 2012 Insolvenz anmelden. Der Betrieb sei wegen schnellen Wachstums und Finanzproblemen ins Schlingern geraten. PSW schloss am 31. Juli 2013. 80 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. (ar)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...