Großschirmaer denken über Oberschule nach

Seit dem Aus der Mittelschule kocht das Thema immer mal wieder hoch. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen.

Großschirma.

Im Juli 2008 ist die Mittelschule Großschirma geschlossen worden. Seitdem melden sich immer wieder Kommunalpolitiker zu Wort und fordern ein Wiedereinrichten einer Oberschule in der Stadt. Im Juli 2018 machte sich Gunther Zschommler aus Großschirma dafür stark und bat die Landtagsabgeordneten um Unterstützung. "Überfüllte Oberschulen mit Unterricht in Kellerräumen oder in Containern können nicht die Zukunft für unsere Schulkinder sein", so der Landwirt, der für die CDU und den Regionalen Bauernverband in Kreistag und Stadtrat sitzt.

Und auch Rolf Weigand erkannte die Oberschule in Großschirma als sein Thema vor der Bürgermeisterwahl im Juni 2018. Jetzt reichte der AfD-Politiker aus Kleinvoigtsberg am Tag der jüngsten Stadtratssitzung einen dringenden Antrag ein. Demnach soll der Stadtrat Bürgermeister Volkmar Schreiter (FDP) beauftragen, bis zum 13. März 2020 das Interesse und den Bedarf eines Oberschulstandortes für die laufende Schulnetzplanung des Landkreises anzuzeigen und anzumelden. Zudem soll ein Arbeitskreis Oberschule gebildet werden, der aus dem Bürgermeister und drei Stadträten besteht.

Laut Weigand, der zweiter stellvertretender Bürgermeister ist, wird im Landratsamt bis Ende des Monats ein erster Entwurf für einen neuen Schulnetzplan beraten. Bis Ende Juni nächsten Jahres solle der Plan stehen. Die vier Kitas mit 347 Kindern und zwei Grundschulen mit 209 Kindern im Stadtgebiet seien gut ausgelastet. In den beiden Grundschulen könnten voraussichtlich auch im kommenden Schuljahr wiederholt drei erste Klassen gebildet werden. Die Geburtenzahlen im Stadtgebiet der letzten Jahre von über 40 Geburten pro Jahr zeigten, dass dieser positive Trend anhalten werde und damit ein Oberschulstandort im Stadtgebiet von Großschirma in die aktuelle Schulnetzplanung des Landkreises Mittelsachsen einfließen müsse. Die Interessensbekundung der Stadt müsse zeitnah erfolgen. Weigand zufolge sollte auch die Möglichkeit eines Oberschulstandortes in freier Trägerschaft geprüft werden.

Die Mehrheit der Stadträte stimmte zu. Volkmar Schreiter enthielt sich der Stimme, weil der Beschluss aufgrund der Kurzfristigkeit formell fehlerhaft sei. "Am 20. April steht das Thema ohnehin noch einmal auf der Tagesordnung", sagte er.


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