Grüne: Symbolbaum des Erzgebirges in Gefahr

Annaberg-Buchholz/Freiberg.

Kann schinn'rn Baam gippt's, wie dann Vuglbärbaam - so heißt es im Volks- und Heimatlied von Max Schreyer aus dem Jahr 1887 im Originaltext. Es gibt also keinen schöneren Baum als den Vogelbeerbaum. Aber: Es gibt ihn immer weniger. Das sagt Ulrike Kahl, die Kreischefin der Grünen im Erzgebirge. Und sie schickt die Forderung hinterher, mehr Ebereschen - so nennt man den Baum auch - zu pflanzen.

Die Gefahr für den Vogelbeerbaum mit den charakteristischen roten Früchten liegt in einer Krankheit. "Der Ebereschen-Mosaik-Virus lässt ihn nicht absterben, schwächt ihn aber, sodass er Umwelteinflüssen wie Streusalz, Anfahrtsschäden oder Frostschäden nach zu zeitigem Austreiben nicht mehr standhält", sagt Kay Meister, Vorsitzender des Marienberger Fördervereins Natura Miriquidica. Das ist besonders schlecht für einen Alleebaum. Die Folge: Der Symbolbaum des Erzgebirges wird heute kaum noch 20 bis 30 Jahre alt, früher konnte er über 100 Jahre alt werden.

Meister verweist auf eine Erfassung des Vogelbeerbaum-Bestandes von 2011, für die sein Verein Rübenau als Modellort ausgesucht hatte. Festgestellt wurde, dass der Bestand stark geschrumpft ist und es kaum noch Ebereschen gibt, die älter als 40 oder 50 Jahre sind. "Nicht nur für die Vögel sind die Beeren als Nahrung enorm wichtig, und für uns Menschen sieht der Baum einfach prächtig aus", sagt Matthias Scheffler, Vorsitzender des Kreisverbandes Aue-Schwarzenberg des Naturschutzbundes. Deshalb erklärt er: "Es wäre gut, ihn mehr in Siedlungsräumen zu pflanzen." (ike)

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