Gülle tritt an B 101 in Großhartmannsdorf aus

Feuerwehr und Umweltbehörden im Einsatz: Ursache ist ersten Angaben zufolge ein geplatztes Rohr. Doch die Polizei prüft auch, ob eine Straftat vorliegt. Die Straße war stundenlang voll gesperrt. Inzwischen gibt das Umweltamt aber Entwarnung.

Großhartmannsdorf.

In Großhartmannsdorf ist am gestrigen Dienstagmorgen an der Bundesstraße 101 eine Gülleleitung der örtlichen Agrargenossenschaft geplatzt. Daraufhin lief Gülle in Höhe Hofbuschweg/Schulsiedlung in den Dorfbach. Nachdem das Leck in der Leitung zunächst abgedichtet werden konnte, meldete gegen 13.50Uhr erneut ein Zeuge, dass Gülle an der Hauptstraße austritt. Daraufhin wurde die B 101 komplett gesperrt. Die Polizei prüft derzeit "in enger Abstimmung mit dem Umweltamt des Landkreises", ob eine Umweltstraftat vorliegt, erklärt der stellvertretende Pressesprecher Andrzej Rydzik.

Am Dienstag gegen 16.30 Uhr war der Gülleaustritt aus der Leitung erneut gestoppt. Das teilte Großhartmannsdorfs Bürgermeister Werner Schubert (CDU) auf Anfrage von "Freie Presse" mit. Seinen Angaben zufolge konnte die Bundesstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden - mit halbseitiger Sperrung. Eine Ampel leitet den Verkehr an der Stelle vorbei, wo die Gülle ausgetreten war.

Laut Schubert sind "alle möglichen Schritte eingeleitet" worden. Die örtliche Agrargenossenschaft habe ihre lädierte Gülleleitung entleert, also die verbliebene Gülle abgepumpt. Abgepumpt und anschließend gesäubert werde auch der Dorfbach. "Und zwar so lange, bis das Wasser wieder klar ist", betonte der Bürgermeister. Die mit Wasser vermengte Gülle werde auf die Felder gebracht.

Am Mittwochvormittag konnte vonseiten der Umweltbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen Entwarnung gegeben werden. "Momentan geht von der Stelle keine Gefahr für die Umwelt aus, der Bach wurde am Dienstag durch geeignete Maßnahmen gespült", teilt Kreissprecher André Kaiser auf Nachfrage mit. Aus Sicht des Umweltamtes habe man alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, man werde aber weiterhin mit dem Betreiber der Leitung in Kontakt bleiben.

Bürgermeister Schubert dankte den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Behörden. Die freiwilligen Feuerwehren Großhartmannsdorf, Saidenbach (Obersaida, Mittelsaida und Niedersaida) und Brand-Erbisdorf waren ausgerückt. Laut Schubert wurden sicherheitshalber zwei Gemeindestraßen - Schulsiedlung und Hofbuschweg - gesperrt. "Wir wissen nicht, ob das Rohr noch einmal leckt. Und eine Vierseitampel kann nicht so schnell beschafft werden."

Ursache des Austritts war laut Schubert ein Leck in der Leitung: "Morgen werden wir mehr wissen", sagte er am Dienstagnachmittag. Warum es an der Stelle kaum riecht, erklärte der Bürgermeister: "Es handelt sich um vergorene Gülle. Die stinkt nicht so." (lasc/hh/grit)

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