Halsbrücke bildet neue Wehr-Abteilung

First Responder nennt sich eine Gruppe von derzeit 21Kameraden, die vor allem Erste Hilfe leisten wollen.

Halsbrücke.

Der Gemeinderat von Halsbrücke hat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Feuerwehrsatzung der Gemeinde geändert. Der Anlass dafür ist, dass es bei der Feuerwehr in Halsbrücke eine neue Abteilung gibt. Sie nennt sich First Responder.

Der englische Begriff lasse sich in etwa mit "erste Helfer vor Ort" übersetzen, erläuterte Kevin Franz. Der 23-Jährige leitet das Team, das in Kürze mit in den Alarmierungsplan der Integrierten Rettungsleitstelle in Chemnitz aufgenommen werden soll.

"Unsere Aufgabe ist es, bei Notfällen die sogenannten therapiefreien Intervalle zu überbrücken", erläuterte der Abteilungsleiter. Das könne sowohl bei einer vollständigen Auslastung des Regelrettungsdienstes als auch als Ergänzung zu diesem erforderlich sein. Neun der gegenwärtig 21 Mitstreiter seien bereits im Rettungsdienst beruflich tätig; für die übrigen zwölf gebe es derzeit Sanitäter-Schulungen und weitere Einweisungen.

Jedes Mitglied der jungen Gruppe - das Durchschnittsalter liege bei knapp 29 Jahren - sei mit einer kleinen Einsatztasche ausgerüstet, um sofort Erste Hilfe leisten zu können. Darüber hinaus verfüge die Abteilung unter anderem über einen Notfallrucksack wie bei Rettungssanitätern üblich, einen Defibrillator und eine Druckflasche mit zwei Litern medizinischem Sauerstoff.

Im Landkreis Mittelsachsen gebe es bislang First-Responder-Teams bei den Feuerwehren in Eppendorf und in Neuhausen, so Franz. Die Neuhausener seien erst seit vorigem Jahr aktiv. "Sie sind aber bereits 15 Mal angefordert worden."

Sowohl Bürgermeister Andreas Beger als auch sein erster Stellvertreter Andreas Krause (beide CDU) bedankten sich ausdrücklich bei der neuen Helfergruppe. "Das ist absolut beeindruckend - Hut ab", sagte Krause, der selbst Chefarzt am Kreiskrankenhaus in Freiberg ist. In das Lob bezog er dabei auch die Jahresbilanz der sechs Ortsfeuerwehren für 2018 ein, die Gemeindewehrleiter Peter Mai vorgestellt hatte.

So waren die Kameraden aus Halsbrücke und den Ortsteilen im vergangenen Jahr nach Mais Worten 40 Mal zu Einsätzen ausgerückt: "Das Gros davon stand im Zusammenhang mit Sturmschäden." Zum Jahresende 2018 habe es in der Gemeinde 158 aktive Feuerwehrmitglieder gegeben, darunter 28 Frauen. Inklusive der Kinderfeuerwehr, der drei Jugendwehren sowie der Alters- und Ehrenabteilungen zählten die Feuerwehren in der Gemeinde Halsbrücke 320 Mitglieder.

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