Hand in Hand für den Tag der Chemie

Unter dem Motto "Chemie erleben, mehr erfahren, mitmachen" gestalten TU Bergakademie und Siltronic AG erstmals gemeinsam einen Programmtag.

Laden zum Tag der Chemie an TU Bergakademie und bei der Siltronic AG ein: Prorektorin Silvia Rogler, Professor Martin Bertau (r.) und Siltronic-Werk-leiter Christian Heedt.Foto: Wieland Josch

Von Wieland Josch

Am liebsten, so gestand Professorin Silvia Rogler, Prorektorin der TU Bergakademie Freiberg, hätte sie seinerzeit Chemie studiert. Das scheiterte jedoch vor allem an einem heute glücklicherweise nicht mehr aktuellen Frauenbild. Sie freue sich deshalb besonders, den bundesweiten Tag der offenen Tür der chemisch-pharmazeutischen Industrie ankündigen zu dürfen, der am Samstag, den 22. September, stattfindet und an dem sich in diesem Jahr erstmals umfangreich die Fakultät für Chemie und Physik der Ressourcenuniversität beteiligen wird. Hand in Hand und in enger Abstimmung übrigens mit der Siltronic AG, die aus diesem Anlass ebenfalls auf ihr Gelände an der Berthelsdorfer Straße einlädt.

"Das dafür vorgesehene Programm wendet sich an alle", betonte Rogler. "Es soll so ähnlich wie die Nacht der Wissenschaften werden und nicht nur für die sein, die sich sowieso schon mit dem Gedanken tragen, ein Chemiestudium zu beginnen." 

"Eines der modernsten Chemiegebäude überhaupt wird sich dabei präsentieren", erläutert Professor Martin Bertau, Direktor des Instituts für Technische Chemie und meint damit den Laborbau, der im Jahr 2014 eingeweiht wurde. Sieben Stationen erwarten die Besucher. "Alle legen auf ihre Art den Fokus darauf, was eigentlich der Normalbürger von dem hat, was da gemacht wird", so Bertau. Damit vermittele man, welchen Platz diese Forschung schon jetzt oder später im Alltag der Menschen einnimmt. Ein besonderes Schmankerl soll zudem ein Blick auf die Arbeit im Bereich der Industrie 4.0 werden.

Damit kennt man sich auch bei der Siltronic AG aus. Zum dritten Mal nimmt das Unternehmen an diesem bundesweiten Tag teil. Unter dem Motto "Silizium 4.0 - Herzstück moderner Technologie" sind hier ab 10 Uhr die Türen geöffnet. "Das wird wieder ein richtiges Volksfest werden", lädt Werkleiter Christian Heedt ein. Neben der Vorstellung der Produktionsprozesse und Präsentationen von virtueller Realität gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Breakdancern, Stadtchor, Big Band und den Notendealern als Höhepunkt um 15 Uhr. "Natürlich präsentieren wir uns auch für potenzielle Auszubildende", sagt Heedt. Talkrunden zu Themen wie Arbeiten mit Behinderung ergänzen das Angebot.

Autonome Vehikel erleben

Eine besondere Attraktion stellt die Siltronic AG am Tag der offenen Tür vor. Erstmals wird das vom Automation Network mit einem Innovationspreis ausgezeichnete autonome Transportsystem "automatic guided vehicle" gezeigt. Es ist nur eine abgewandelte Variante möglich, da ansonsten unter Reinraumbedingungen gearbeitet wird, aber auch das werde die Vorgänge sehr gut darstellen. Seit etwa einem Jahr kommt die Technik zum Einsatz. Mit ihr werden Siliziumwafer zwischen zwei Produktionsschritten in absolutem Reinwasser feucht gehalten und somit ohne Qualitätsverlust von Punkt A zu Punkt B transportiert. Die Siltronic AG ist weltweit das einzige Unternehmen, das über diese Technik verfügt. (wjo)

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