Handwerk setzt nicht nur auf Backwaren

94 Bäckereien und Konditoreien gibt es in Mittelsachsen. Um zu überleben, bieten sie längst nicht mehr nur Brötchen zum Verkauf an.

Lichtenberg.

Das Bäckerhandwerk in der Region behauptet sich. Zwar werden die Klagen wegen des fehlenden Nachwuchses und des Fachkräftemangels lauter, doch zu einem starken Rückgang der Bäckereien und ihrer Verkaufsstellen hat dies nicht geführt. Laut dem aktuellen Quartalsbericht der Handwerkskammer Chemnitz sind im Kammerbezirk 522 Bäcker und Konditoren verzeichnet. Seit dem 1. Januar 2018 sind 28 Abgänge zu verzeichnen, denen allerdings auch 16 Zugänge gegenüberstehen.

Insgesamt 94 Bäckereien und Konditoreien sind für Mittelsachsen aufgelistet. Viele von ihnen begnügen sich nicht mehr damit, Brötchen, Brot und Kuchen über den Ladentisch zu reichen. Sie bieten vielmehr die Möglichkeit einer Ruhepause bei einer Tasse Kaffee und einem Imbiss an. In Freiberg eröffnete 2018 mit dem Backsalon der Frauensteiner Bäckerei Schmieder in der Erbischen Straße eine neue Lokalität dieser Art. Ein weiteres Beispiel in der Silberstadt ist die Verkaufsstelle der Großschirmaer Bäckerei Illgen am Platz der Oktoberopfer.

Die Bäckermeister Mario und Maik Griesbach haben die Zeichen der Zeit ebenso erkannt und kürzlich am Stammhaus des Unternehmens in Lichtenberg einen Anbau eröffnet. Modern ausgestattet ist der neue Verkaufsraum, der an vier Tischen Platz bietet, etwas Heißes zu trinken oder ein Frühstück zu genießen. "Schon vor drei Jahren haben wir angefangen, über eine Erweiterung nachzudenken", erzählt Mario Griesbach, der ältere der beiden Brüder, die seit 2008 gemeinsam die Geschicke der Familienbäckerei führen. Großvater Benno hat 1952 den kleinen Betrieb eröffnet, den Vater Klaus später übernahm. Nun ist man in der dritten Generation tätig und hat ordentlich investiert. Ohne einen einzigen Schließtag wurden die Arbeiten bewältigt.

"Der Grundgedanke war eigentlich, dass bislang das Be- und Entladen unserer Fahrzeuge nur zur Straßenseite hin möglich war", sagt Maik Griesbach. Wieso sollte man das nicht damit verbinden, einen neuen Verkaufsraum zu bekommen? "Der alte war am anderen Ende des Hauses", so Mario Griesbach. "Er war zu klein geworden, und barrierefrei konnte er auch nicht gestaltet werden." Zum Anbau führt nun nicht nur eine Treppe hinauf, sondern auch eine Rampe. Im Geschäft findet sich hinter dem Tresen neben Backwerk ein neuer Ladenbackofen, damit selbst dann, wenn die Bäcker nach getaner Arbeit im Bett liegen, noch frische Brötchen gebacken werden können. Auf den zusätzlichen 90 Quadratmetern wurde zudem eine Kühlzelle installiert, ebenso eine Warenschleuse. Technisches Prunkstück ist der Lastenaufzug, mit dem die Waren für die Filialen in Weißenborn, Mulda und Burkersdorf verladen werden können. "Ein Scherenhubtisch, der bis zu einer Tonne heben kann", erläutert Maik Griesbach. 15 Mitarbeiter haben die Brüder derzeit. 2019 soll eine weitere Kraft dazu kommen.

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