Hannover-Messe findet geteiltes Echo

Acht Firmen aus dem Landkreis Mittelsachsen haben sich kürzlich in Niedersachsen präsentiert. Dafür investieren sie auch richtig Geld. Für die meisten hat sich der Auftritt gelohnt.

Halsbrücke.

225.000 Fachbesucher, davon 75.000 aus dem Ausland, haben die Hannover-Messe in der letzten Aprilwoche besucht, die als wichtigste Industrieleitmesse gilt. Unter den 6500 Ausstellern aus 70 Ländern waren auch acht mittelsächsische Unternehmen. 32 Unternehmen aus Sachsen, davon drei aus Mittelsachsen wurden dabei von der IHK Chemnitz betreut. "Unsere Aussteller ziehen ein äußerst positives Fazit", erklärt Sandra Funke, Referentin Außenwirtschaft/Messen der IHK Chemnitz. "Es ist eine wichtige Plattform, um mit Kunden aus aller Welt ins Gespräch zu kommen. Die Bestandskundenpflege wird hier aktiv betrieben", so Sandra Funke. Aber auch viele neue Kontakte entstünden. Nach Aussage der Deutschen Messe seien 5,6 Millionen Geschäftskontakte zustande gekommen.

Als ein großes Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern präsentierte sich die Mittweidaer Firma MPT. Der Hersteller von Präzisionsteilen war nicht das erste mal dabei. Immerhin plant die Firma neue Werke in Polen und China, will sich also international aufstellen und benötigt deshalb diese internationalen Kontakte. Ob die Messe für MPT eine Erfolg war, war gestern von der Geschäftsleitung nicht zu erfahren.

Zufrieden mit der Messe-Woche ist aber Uwe Müller, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Frankenberger Firma Swap. Das Unternehmen hatte sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Der Messestand war aus Papierwabenplatten gefertigt, dem Hauptprodukt der Firma. Diese formstabilen Papierverbundstoffe kommen normalerweise in der Autoindustrie, als Warenständer, Möbel oder als Spezialverpackungen zum Einsatz. "Ob die Messe für uns ein Erfolg war, kann ich allerdings eine Woche danach noch nicht sagen", erklärt Müller. Die Messekosten in Höhe von etwa 10.000 Euro sieht er dennoch sinnvoll eingesetzt. "Wir hatten guten Kundenkontakt, unser Stand kam gut an", sagt er. Lediglich an zwei Tagen sei die Besucherresonanz nicht so hoch gewesen.

Das erste Mal bei der Hannover- Messe mit einem eigenen Stand dabei war die Muldaer Firma Klüber Industrie. Die 90 Mitarbeiter in Mulda haben sich auf Elektroanlagenbau und Metallbearbeitung spezialisiert. "Die Teilnahme hat sich gelohnt", sagt Thomas Schumann, verantwortlich für den Bereich Gerätefertigung. Die Firma habe auf der Messe den Fokus auf die Metallverarbeitung, Oberflächenbeschichtung und Energietechnik/Batteriesysteme gelegt und ihr Know-how dazu präsentiert.

"Wir sind auf der Suche nach Kunden und wollen zudem künftig als Gerätefertiger für Batterietechnik arbeiten", so Schumann. So seien auf der Messe die ersten Kontakte zu potenziellen Kunden hergestellt worden. "Das wird jetzt noch nachgearbeitet und der Kontakt zu interessierten Firmen aufgenommen", berichtet Schumann. Er geht davon aus, dass das Unternehmen auch nächstes Jahr wieder in Hannover dabei ist, dann mit der Spezialisierung auf eigene Produkte. "Die IHK hat uns schließlich sehr gut betreut", so Schumann.

Eher zwiegespalten ist Stefan Tilke, Geschäftsführer der Saxonia Galvanik Halsbrücke, die auch einen Standort in Hainichen hat. Der Automobilzulieferer und Spezialist für galvanische Kunststoffbeschichtung ist bereits seit vielen Jahren auf der Industriemesse präsent. "Die Oberflächenbeschichtung spielt aber in Hannover nicht mehr die Rolle wie früher", sagt Tilke. Auch die Erwartungen an Anzahl und Qualität von Neukontakten hätte sich im Gegensatz zu den Vorjahren nicht erfüllt. "Aus diesem Grund überlegen wir, nächstes Jahr gegebenenfalls auf anderen Messen aktiv zu werden. Dieses Jahr sind wir noch einmal im Oktober auf der Fakuma in Friedrichshafen", sagt Tilke. Denn immerhin koste die Messebeteiligung etwa 35.000 Euro, ohne Personal und Unterkunft.

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