Heimarbeit in der Corona-Zeit: Aus dem Leben der Kollegen

Heimarbeit: Warum ich Videokonferenzen mag

Freiberg.

Heimbüro, Besprechung per Videokonferenz ist angesagt. Man sieht darin Ausschnitte aus dem Leben der Kollegen, die auch daheim arbeiten. Da gibt es Kunst an den Wänden, die Schallplattensammlung, die Bibliothek. Neidisch werde ich stets bei dem Kollegen, der in der Küche sitzt, der Kaffeeautomat in Griffweite. Bei uns sind Küche, Wohnzimmer, Flur als Außenstellen des Kinderzimmers in Beschlag.

Mein Heimbüro ist das spartanisch ausgestattete Gästezimmer. Ein Kunstdruck hängt zwar über dem Schreibtisch, aber die Wand hinter mir ist so weiß wie das Herz der Lady Macbeth. Ich gebe also visuell nicht viel preis in Videokonferenzen, keine Absicht, ich habe ja auch keine Anstiftung zum Mord zu verbergen wie die Lady bei Shakespeare. Letztens brachte mir die Tochter eine selbst gebastelte Krawatte, die sollte ich zur nächsten Videokonferenz tragen. Meine Tochter hatte sie aus lilafarbenen Bastelkarton ausgeschnitten und grüne, gelbe, weiße und rote Punkte darauf gemalt.

Was soll ich sagen: Bei der Konferenz saß ich wieder im schwarzen T-Shirt vor der weißen Wand, die Krawatte lag neben mir, von der Laptop-Kamera nicht einfangbar. Irgendwie schien mir Corona zu ernst für solche Späße. Dabei ist Lachen doch die beste Medizin. PS: Eben bekomme ich den Kaffee auf den Tisch gestellt. Das schafft noch nicht mal die Maschine meines Kollegen. www.freiepresse.de/heimarbeit

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