Hirschfelder Firma mästet 450.000 Hühner

Aus dem Reinsberger Ortsteil werden die großen Lebensmitteldiscounter beliefert. Für die Tiere gebe es keine Prophylaxe mit Antibiotika, sagt der Geschäftsführer.

Hirschfeld.

Die kleinen gelblichen Knäuel piepsen und drängen sich vor allem dort, wo die Heizgebläse laufen: In der Hirschfelder Geflügel & Spezialitäten GmbH ist in dieser Woche neu eingestallt worden. "Die Küken sind einen Tag alt und brauchen am Anfang Temperaturen von 33 bis 34 Grad Celsius", erklärt Ludwig Schultz. Später reichten dann 20 Grad Celsius aus, erläutert der Geschäftsführer weiter.

Älter als 39 Tage werden die Hühner nicht. "Nach 30 Tagen gibt es eine Vorausstallung, die Tiere wiegen dann 1550 bis 1650 Gramm", sagt Schultz. "Ausstallen" ist dabei der Fachbegriff für den Transport zum Schlachthof - entweder nach Mockrehna bei Leipzig oder nach Hainspitz in Thüringen. Die frühen Vögel werden dort zu Grillhähnchen. Die späten, das heißt die 38 bis 39 Tage alten Tiere mit etwa 2,4Kilogramm Gewicht landen letztendlich als Hähnchenbrust und Hühnerschenkel bei den Lebensmittel-Discountern.

Eine Woche vor der Lieferung erhielten die Schlachthöfe eine Gewichtsprognose, sagt Betriebsleiter Benjamin Braune: "Wir mästen hier bis 35 Kilogramm pro Quadratmeter, erlaubt wären 39 Kilogramm." Die Anlage an der Reinsberger Straße zwischen Hirschfeld und dem Zollhaus habe 26 Stalleinheiten. Insgesamt würden hier jeweils rund 450.000 Hühner gemästet, sieben Durchgänge gibt es pro Jahr. Das Futter - im Schnitt werden 100 Gramm pro Tier und Tag gerechnet - rieselt aus etwa fußballgroßen orangefarbenen Kegeln, die einem Lampenschirm ähneln. Auch das Wasser wird automatisch zugeführt.

Ein Tierarzt betreut den Bestand, und zum Schutz vor Seuchen werden hocherhitzte Strohpellets als Einstreu verwendet und auf Personalhygiene geachtet. So nutzen die Mitarbeiter Einweg-Overalls und spezielle Stiefel, wenn sie in die Ställe gehen; eine Hobby-Kleintierhaltung daheim ist ihnen strikt untersagt. "Man muss die Hähnchen wie einen Säugling behandeln, Tierliebe ist bei uns eine Voraussetzung", sagt Schultz. Es erfolge auch keine Prophylaxe mit Antibiotika: "Die Landwirte sollten sich nicht verstecken und wegducken, sondern zeigen, was sie gut machen."

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