Historischer Münzstätte ein Denkmal gesetzt

Nach fünf Jahren ist eine Idee der Freiberger Münzfreunde nun endlich verwirklicht worden. Man hat sogar den idealen Ort dafür gefunden.

Helmut Herholz von den Freiberger Münzfreunden (l.) und Oberbürgermeister Sven Krüger enthüllten die Gedenktafel im Torbogen des Schlosses. Sie besteht aus zwölf einzelnen Bronzetafeln.

Von Wieland Josch

Dass Annaberg 80 Jahre lang Münzstätte gewesen ist, wisse dort fast jedes Kind, meint Helmut Herholz, Vorsitzender der Freiberger Münzfreunde. Die 450-jährige Geschichte Freibergs in dieser Funktion hingegen sei nahezu unbekannt. Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag bot nun den passenden Rahmen dafür, dass dem eindrucksvoll entgegengewirkt wird.

Im Torbogen des Schlosses Freudenstein enthüllten die Münzfreunde gemeinsam mit Oberbürgermeister Sven Krüger eine bronzene Gedenktafel, auf der die einzelnen Stationen sowohl Freibergs als Münzstätte als auch der Weg des Silbers hin zur Münze dargestellt sind. Erste Arbeiten dazu hatte der Dresdner Künstler Peter-Götz Güttler bereits 2014 begonnen. "Eine Erkrankung verhinderte, dass er damit fortfahren konnte", sagt Helmut Herholz. So wandte man sich an das Künstlerpaar Katja und Markus Latzke aus Neuenhagen bei Berlin, das anhand alter Stiche die Arbeit ausführte. Gegossen wurde die Tafel schließlich bei der Gießerei Seiler in Schön- eiche.

Man tilge damit schon fast eine Schmach, sagte Sven Krüger zur Enthüllung. "Allzu oft wurde allein der Begriff Silberstadt verwendet", so der OB. "Aber Silber wurde einst erst zum Wert, wenn es Münze geworden ist." Noch mit seinem Vorgänger im Amt, Bernd-Erwin Schramm, haben die Münzfreunde die Vereinbarung getroffen, eine solche Tafel anbringen zu können. "Über die Stelle selbst war der Denkmalschutz nicht ganz glücklich", gesteht Krüger. "Aber gerade hier ist der ideale Ort, um daran zu erinnern." Er bedankte sich ausdrücklich bei den Münzfreunden und deren Unterstützern für diese großzügige Schenkung an die Stadt, welche immerhin im fünfstelligen Bereich liege.

"Wir haben eng mit der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft zusammengearbeitet", betont Helmut Herholz. Neben Unternehmen aus Freiberg und Halsbrücke half auch die Saxonia-Freiberg-Stiftung bei der Verwirklichung. Verbürgt ist eine Münzstätte erst ab 1244, doch kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass schon kurz nach dem ersten Silberfund 1168 Otto der Reiche hier Münzen prägen ließ. Dies ist nun auch am Schloss Freudenstein verewigt.

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