Hochphase in Sayda kurz vor Schuljahresende

Thomas und Ulrike Fink haben alle Hände voll zu tun in der Jugendherberge: Kurz vor den Ferien suchen vor allem Grundschüler Ruhe, Entspannung - und Abenteuer.

Sayda.

"Wandern auf dem Zwergenlehrpfad"," Abenteuer Bergwerk", oder "Zipfelmützentreff" sind nur einige Angebote für die Schüler, die zurzeit in der Jugendherberge Mortelgrund bei Sayda zu Gast sind. Die Drittklässler der Grundschule Oederan , die zur Zeit noch bis morgen in der Herberge weilen, haben sich für ihr "Abenteuer Bergwerk" entschieden. Sie werden die Mundlöcher im Wald rund um die Jugendherberge erkunden, Steine sammeln und anschließend bemalen. Als Höhepunkt steht der Besuch des Fortuna-Stollens in Deutschneudorf mit der Besichtigung der Schachtkaue und der noch funktionierenden Kolbendampfmaschine aus dem Jahr 1922 an.

Jährlich besuchen rund 125 Klassen die Herberge, vor allem zum Schuljahresende im Mai und Juni suchen sie hier Ruhe, Entspannung und Abenteuer. Für die zwölf Angestellten der erzgebirgischen Jugendherberge sind diese Tage die Hochzeit. "Es sind vor allem die jüngeren Jahrgänge der Schulkinder, die zu uns kommen. Für die Älteren sind wir als Jugendherberge auf dem Land wenig attraktiv", sieht das Herbergsleiter Thomas Fink eher kritisch.

Als Herbergsleiter ist Fink im Haus Mädchen für alles. Während er sich um die Einweisung der Schüler kümmert, Dienstpläne schreibt oder das Lagerfeuer entfacht, ist Ehefrau Ulrike eher im Büro anzutreffen. Die Buchhalterin ist für Verträge und Abrechnungen verantwortlich, organisiert und kalkuliert die Programme für die Schüler, kümmert sich um Busbestellungen. Die Eheleute sind die guten Seelen der Herberge. "Aber wir wären nichts ohne unsere zehn fleißigen Kolleginnen und Kollegen. Wir sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team", sagt Ulrike Fink nicht ohne Stolz. Sie und ihr Mann könnten sich keinen anderen Beruf vorstellen, ergänzt die "Herbergsmutti".

Vor elf Jahren sind die Finks aus privaten Gründe aus dem vogtländischen Taltitz nach Mortelgrund gekommen. Inzwischen waren auch ihre zwei erwachsenen Kinder schon in der Herberge zu Gast - wiederum mit ihren eigenen Kindern. "Sie kennen das Jugendherbergsleben und schätzen es", so der Herbergsleiter, der mit seiner Frau bis zur Rente in "seiner" Herberge für die Gäste da sein möchte.


Wer übernachtet in der Jugendherberge?

Die Schulklassen machen den größten Anteil an der Belegung im Jahr aus. 1300 Klassen kamen in den letzten zehn Jahren aus ganz Sachsen und darüber hinaus nach Mortelgrund, das sind rund 40 Prozent der Belegung. Es folgen Vereine aller Art, vor allem über verlängerte Wochenenden kommen auch immer mehr Familien nach Sayda; 160 waren es im Jahr 2017.

Die Auslastung lag im vergangenen Jahr bei 37 Prozent. Damit rangieren die Saydaer im Mittelfeld in Sachsen. "Es sind vor allem Stammgäste aus allen Bereichen, die zu uns kommen. Die machen immerhin etwas weniger als die Hälfte der Gesamtgästezahl aus. Im Jahr 2017 kamen rund 6500 Gäste in die Herberge, und bei einer Verweildauer von etwa 2,2 Übernachtungen liegt die Gesamtzahl bei rund 17.000 Übernachtungen im Jahr, Tendenz etwa gleichbleibend. "Im Tagungs-und Seminarbereich haben wir Reserven. Dies liegt vor allem am schwachen Internet und W-Lan", sagt Thomas Fink, der betont, dass bei der gesamten Auslastung auch die schlechte Verkehrsanbindung eine Rolle spiele. (gel)

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