"Ich sehe da noch sehr viel Potenzial"

Frisch an der TU Freiberg, hat BWL-Professorin Karina Sopp ein Netzwerk für Gründerinnen ins Leben gerufen, um Ideen zu fördern

Freiberg.

Ein Netzwerk speziell für Gründerinnen gibt es seit kurzem an der TU Bergakademie Freiberg. Cornelia Schönberg sprach mit Initiatorin Karina Sopp (37) über Foundress.

Freie Presse: Warum braucht es in Freiberg speziell ein Netzwerk für weibliche Gründer?

Karina Sopp: Der Anteil weiblicher Gründer ist an der TU in Freiberg deutlich geringer als der Anteil männlicher Gründer. Ich sehe da noch sehr viel Potenzial.

Warum gründen weniger Frauen Unternehmen als Männer?

Ich denke, es fehlt bisschen an Vorbildern.

Wen genau sprechen Sie mit dem Netzwerk Foundress (dt. Gründerin) an?

Wir wollen Studentinnen, Doktorandinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen bei einer Ausgründung begleiten oder mit anderen zusammenbringen, die ebenfalls offen für eine Gründung sind.

Wie kann man sich das vorstellen? Wie läuft so ein Programm?

Im ersten Durchgang sind wir mit 16 Teilnehmerinnen gestartet. Das Programm dauert sieben Monate; wir treffen uns mindestens einmal im Monat. Es geht dabei darum, die eigene Idee weiterzuentwickeln, Persönlichkeitskompetenzen zu stärken, Netzwerke aufzubauen und dafür zu sensibilisieren, was spannend sein könnte. Vergangenen Monat waren wir in Berlin auf einer Karrierekonferenz. Im November kommen zwei erfolgreiche Gründerinnen zu uns und erzählen von ihrer Gründungsgeschichte.

Aus welchen Bereichen kommen die Ideen und die Teilnehmerinnen hier vor Ort?

Einige kommen aus dem Bereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik, andere aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Sie haben im Rahmen ihrer Dissertation eine Idee entwickelt, mit der sie sich selbstständig machen wollen. Manche tragen eine Idee mit sich, andere sind schon Teil eines Gründungsteams und wieder andere haben Lust, etwas zu gründen und wollen wissen ,wie sie es umsetzen können. Es ist eine spannende Mischung.

Welche anderen oder speziellen Bedürfnisse haben Gründerinnen gegenüber Gründern?

Die fachlichen Angebote sind für Frauen und Männer gleich. Wichtig ist aber, dass sich die weiblichen Teilnehmer mal nur untereinander austauschen können. Es geht da zum Beispiel um Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie man weibliche Stärken stärken und Schwächen schwächen kann und wie verkaufe ich mich selbst als Frau?


Zur Person

Universitätsprofessorin Dr. Karina Sopp leitet seit März 2019 an der TU Bergakademie Freiberg den Lehrstuhl Entrepreneurship und betriebswirtschaftliche Steuerlehre. Zuvor war sie an der Universität des Saarlandes und an der Uni in Wien tätig.

Zum Gründerinnen-Netzwerk Foundress veröffentlicht sie mit ihrem Team regelmäßig Podcasts mit Anregungen und Tipps für Gründer.

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