"Ich würde Freiberg vermissen"

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Lebensweisheiten von Freibergern aus aller Welt haben die Vereine "Epi-Zentrum" und "Handlungsnetz" gesammelt. "Freie Presse" stellt die Menschen dahinter vor.

Freiberg.

Ahmad Shalaby kommt aus einer palästinensischen Familie, wurde in Homs in Syrien geboren und lebt seit 2010 in Freiberg. Der 35-Jährige macht eine Ausbildung zum Toningenieur und leitet die Freiberger Bürgerbühne.

Freie Presse: Was war Ihr erster Eindruck von Freiberg?

Ahmad Shalaby: Als ich hörte, dass ich hierher soll, bekam ich Angst. Ich war wie viele andere vor dem Krieg geflüchtet und wir sollten von Chemnitz nach Freiberg geschickt werden. Wir hatten gehört, dass es hier viele Nazis gebe. Doch als ich hier war, hatte ich einen anderen Eindruck. Wenn man ein bisschen reingekommen ist, merkt man, dass die meisten Leute lieb und freundlich sind. Außerdem war ich begeistert, wie gut alles funktioniert: Die Busse fahren pünktlich und man geht pünktlich zu Terminen.

Was vermissen Sie?

Das Viertel in Syrien, in dem ich aufgewachsen bin. Die Straßen, die Familie, unser Haus. Aber wenn ich von Freiberg weggehen müsste, würde ich auch Freiberg vermissen. Ich denke, wie gut man sich einlebt, das liegt nicht an dem Land, in dem man ist. Sondern an einem selbst.

Woher kennen Sie die Spruchweisheit?

Von meiner Oma. Wenn ich ein bisschen Streit mit meinem Bruder hatte und ihm vorwarf, was er letzte Woche gemacht hatte, sagte meine Oma: "Du musst in die Zukunft gucken". Das habe ich mir auch für mein Erwachsenenleben gemerkt.

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