Idee vom Damensalon mit Barbershop punktet bei der Jury

Zwei Frauen haben das Rennen um den 3. Freiberger Gründerpreis für sich entschieden. Für die Preisvergabe musste aber eine Ausnahme gemacht werden.

Kristina Martin (von links), Claudia Grenz, Rafaela Walther und Danilo Reuther vom Topstylisten-Team, Ole Woberschal und Eric Hülzenbecher vomLasertag-Team sowie Jörg Woidniok und Nicole Schimpke bei der Verleihung des Freiberger Gründerpreises.Foto: Wieland Josch

Von Wieland Josch

Ein wenig ungläubig schauten sich Rafaela Walther und Claudia Grenz an. Jörg Woidniok, Leiter des Amtes für Betriebswirtschaft der Stadt Freiberg, verkündete ihnen gestern im Rathaus, dass sie die Gewinner des 3. Freiberger Gründerwettbewerbes sind. Ihr Konzept, einen Frisiersalon für Damen mit einem Barbershop für Herren zusammenzulegen, stieß auf einhellige Zustimmung bei der mehrköpfigen Jury. 

Allerdings musste für die Preisvergabe eine Ausnahme von den Regularien geschaffen werden. Denn das Geschäft "Topstylisten" wurde bereits am 22. Juni eröffnet. Eigentlich hätte das nicht vor dem 31. August geschehen sollen. "Doch wir haben uns vorab in der Jury besprochen und die Regelung in diesem Fall aufgehoben", erläuterte Citymanagerin Nicole Schimpke. "Es geht vor allem um die Innenstadtbelebung, und in deren Sinne haben wir gehandelt." Noch dazu, weil Rafaela Walther einen beispiellos guten Businessplan präsentierte, wie es ihn in diesem Wettbewerb noch nicht gegeben habe.

"Unser Ziel ist es, die Abwanderung in die großen Städte aufzuhalten", sagt Rafaela Walther. "Viele Männer fahren nach Dresden, um sich dort stylen zu lassen. Nun müssen sie das nicht mehr." Das Konzept geht bereits auf. Frauen bringen ihre Herren gleich mit in die Weingasse, wo das Geschäft zu finden ist.

Den zweiten Platz erlangten Eric Hülzenbecher und Ole Woberschal mit ihrer Idee einer Lasertag-Arena. Erfahrung bringt vor allem Hülzenbecher mit, der so ein Geschäft bereits seit 15 Jahren in Dresden betreibt. "Wir bieten da 60 Spielmodi an, laden Schulklassen ein und geben die Möglichkeit, sich beim Spiel mit Lasern auszupowern", sagt er. Bislang habe er allerdings noch kein geeignetes Mietobjekt finden können. Jörg Woidniok bot im Namen der Jury an, den Businessplan gemeinsam noch einmal zu überarbeiten, da das Konzept in jedem Fall eine Chance verdient habe. Auch ist noch eine Art der finanziellen Unterstützung möglich.

Ein Jahr lang erhält nun Rafaela Walther einen Zuschuss zur monatlichen Kaltmiete. Um diesen Preis hatten sich zunächst vier Gründer beworben. Eine Shishalounge und ein Business Hub waren dabei, doch hielten die nicht bis zum Ende des Verfahrens durch. Einer sagte erst am Montag ab. "Wir würden uns bei den Bewerbungen für künftige Gründerwettbewerbe mehr Ideen aus dem Handel wünschen", sagt Nicole Schimpke. "Es geht nicht darum, immer nur innovativ zu sein, sondern es sollte die Frage im Mittelpunkt stehen: Was fehlt Freiberg?"

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