Im Freiberger Soldatenteich kann bald wieder gebadet werden

Da Sprengstoffexperten das Naherholungsgebiet durchforsten, fiel die Saison ins Wasser. Doch ein Ende ist absehbar. Und so steht dem Badespaß im kommenden Sommer fast nichts mehr im Wege.

Freiberg.

Die Wiesen sind durchpflügt, überall sind Löcher zu sehen und der Sandstrand ist nicht mehr erkennbar - nichts erinnert zurzeit daran, dass das Waldbad am südlichen Stadtrand von Freiberg eigentlich ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Im Gegenteil: Auf dem Areal hat die seit dem Frühjahr des Vorjahres laufende Suche von Sprengstoffexperten nach alter Munition ihre Spuren hinterlassen.

Die Arbeiten werden jedoch, wie Jürgen Scherf vom zuständigen Polizeiverwaltungsamt erklärt, voraussichtlich nur noch bis Ende dieses Jahres andauern. Der Badesaison im kommenden Sommer steht demnach nichts mehr im Wege. Zuvor ist aber die Stadt am Zug. Eine wichtige Entscheidung fiel am Donnerstagabend im Bau- und Betriebsausschuss des Stadtrats. Ein Planer wurde beauftragt. Außerdem entschieden die Stadträte, dass das Gelände in zwei Etappen auf Vordermann gebracht wird.

Laut Baubürgermeister Holger Reuter sollen zunächst bis Ende Mai die Liegewiese und der Sandstrand westlich des Haupteingangs in Ordnung gebracht werden. Während dieser Bereich dann schon genutzt werden kann, werden zeitgleich in Sichtweite die Bereiche nordwestlich davon hergerichtet. Bis zum Oktober werden die dortige Liegewiese angelegt und ein Sandstrand aufgeschüttet. Zudem wird hier ein neuer Spielplatz errichtet. Container mit Sanitärbereich und einer Kaltwasserdusche sollen ebenfalls aufgestellt werden. Laut den ersten Entwürfen sollen außerdem ein Grillplatz und Volleyballplätze entstehen. Reuter rechnet mit Ausgaben in Höhe von fast 720.000 Euro, davon allein knapp 640.000 Euro an Baukosten. "Das Waldbad ist für unsere Stadt wichtig", ergänzt Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos). Das Geld sei daher gut angelegt.

Trotzdem: Ein Teil des Areals - eingezäunt sind knapp 78.000 Quadratmeter, eine Fläche so groß wie elf Fußballfelder - kann weiter nicht genutzt werden. Denn die Suchtrupps des Kampfmittelbeseitigungsdiensts müssen auch den angrenzenden Campingplatz und den nahe gelegenen Parkplatz nach Waffen und Munition durchkämen. Eine kniffelige Aufgabe: Unter dem Campingplatz befindet sich eine rund einen halben Meter dicke Schicht voller Bauschutt, in der sich unter anderem Stahl befindet. "Die Suche dürfte nicht wesentlich weniger Zeit in Anspruch nehmen als die aktuelle", so Reuter. Die Folge: Bis das Waldbad, im Volksmund unter Soldatenteich bekannt, komplett wiederhergestellt ist, wird es noch Jahre dauern.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...