Impfwilligen bleibt nur der Weg zum Hausarzt

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Wer in Sachen Corona auf die Spritze setzt, muss die Arztpraxen aufsuchen. Die DRK-Impfzentren sind vorerst zu.

Frankenberg.

Im Frankenberger Rathaus freut man sich: Es ist gelungen, dem DRK das Alte Archiv Am Körnerplatz zu vermieten. Die Hilfsorganisation nutzt es als Impfstelle für den Landkreis. Doch seit Montag ist hier nichts mehr los: "Alle DRK-Impfzentren bleiben aufgrund von Wartungsarbeiten am IT-System der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) vom 18. bis 31. Juli 2022 geschlossen", teilt der Freistaat mit. Ziel sei die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Technik mit Blick auf den Herbst. "In der Zeit der Schließung der Impfzentren führen wir folgende Arbeiten durch: Pflege der Datenbank, Wartung und Update der 15 lokalen Server sowie ein Funktionstest und das Wiederhochfahren der Systeme." Das erklärte Katharina Bachmann-Bux, bei der KVS für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Die Lage in Sachen Corona im Landkreis ist aktuell schwer einzuschätzen. Der Inzidenzwert, der die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, steigt und fällt. Viele Mittelsachsen kennen jemanden aus ihrem Umfeld, der gerade Corona hat. Da aktuell anders getestet wird als vor Monaten, sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Das Virus ist auf jeden Fall weiter unterwegs.

Wer sich vor diesem Hintergrund an die Empfehlungen der Sächsische Impfkommission (Siko) halten und sich impfen lassen möchte, der muss andere Wege gehen. "Bitte nutzen Sie für die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus Arztpraxen, Betriebsärzte, Krankenhäuser oder Apotheken", so der Freistaat. Die Siko empfiehlt vier Impfungen für bestimmte Personengruppen: Personen ab 70 Jahre, Menschen, die nur mit Vektorimpfstoffen geimpft wurden und Personen mit einer Schwäche des Immunsystems ab fünf Jahre, zum Beispiel mit schweren Autoimmunerkrankungen.

Laut KVS impfen "in Sachsen etwa 2000 Ärzte in ihren Praxen gegen Corona". "Impfwillige Bürger sollten sich zuerst an ihre Hausarztpraxis wenden", sagte Katharina Bachmann-Bux. "Darüber hinaus haben wir auf unserer Internetseite Haus- und Facharztpraxen gelistet, die auch fremde Patienten impfen."

Der Großteil der Impfungen in Sachsen wird mit circa 80 Prozent in Arztpraxen verabreicht, teilte das Sozialministerium mit. Zuletzt haben sich durchgängig rund 20 Prozent der Impfwilligen in staatlichen Impfzentren immunisieren lassen. Das staatliche Impfangebot fungiert als Zusatzofferte zur Regelversorgung in Arztpraxen, bei Betriebsärzten, Krankenhäusern oder auch Apotheken. Die Kapazität pro staatlicher Impfstelle lag zuletzt bei circa 40 Impfungen täglich, in Dresden und Leipzig bei 80 bis 100.

Im Herbstbetrieb von Oktober bis Dezember kann das ärztliche Personal in den 13 staatlichen Impfstellen aufgestockt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sich ab Oktober auch die Landkreise und kreisfreien Städte wieder am Impfen beteiligen. Das hat das Kabinett beschlossen. Der Freistaat unterstützt dies mit 16 Millionen Euro.

Neben den Impfstellen gibt es in allen Landkreisen und kreisfreien Städten auch zusätzliche Sonderimpfaktionen. Aktuell finden solche aber laut DRK nicht statt.

www.kvs-sachsen.de/buerger/corona-virus/impfende-praxen

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