In Friedeburg gibt's nur noch Geld und Auszüge

Nach der Schließung ihrer Filiale in dem Freiberger Wohngebiet verweist die Sparkasse Mittelsachsen auf andere Zweigstellen. Und betont: Diese Filialen bleiben erhalten.

Freiberg.

Die frühere Sparkassenfiliale in Friedeburg ist Geschichte. Im Vorraum der Zweigstelle existiert nur noch ein Selbstbedienungsraum mit Geldautomat, Kontoauszugdrucker und einem Briefkasten für Überweisungen. Die Glastüren zur einstigen Filiale öffnen sich nicht mehr - einen Aushang mit einem Hinweis auf andere Zweigstellen gibt es nicht.

Seit 1. Juli ist die Filiale in der Friedeburger Straße dicht. "Per Brief habe ich erfahren, dass ich meinen Kundenberater künftig in der Freiberger Hauptfiliale in der Poststraße finde", sagt ein Mann Mitte 70 kopfschüttelnd. Das bedeutet für den Senior aus Friedeburg einen Fußweg von knapp zwei Kilometern, mit dem Auto sind es knapp drei Kilometer.

Eine ältere Frau erinnert daran, dass es einst in Friedeburg sogar zwei Sparkassen-Filialen gab. Sie sagt: "Zwischenzeitlich habe ich mich mit der jetzt geschlossenen Filiale abgefunden." Und sie fügt hinzu: "Geld abheben, Kontoauszüge ausdrucken, Überweisungen in den Briefkasten einwerfen geht immer noch - dafür ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter." Zugleich drückt die Leserin die Hoffnung aus, dass die Angebote erhalten bleiben. "Sonst würde es für viele ältere Leute düster aussehen. Denn bis in die Stadt oder zum Wasserberg mit dem Bus fahren oder zu Fuß gehen, ist anstrengend, vor allem im Winter", ergänzt sie. "Und es machen doch nicht alle Online-Banking."

Ronny Meißner ist Abteilungsdirektor Vorstandsstab in der Sparkasse Mittelsachsen. Seinen Angaben zufolge ist die Sparkasse "traditionell in Freiberg/Friedeburg präsent, aktuell mit einem Selbstbedienungs-Standort". Diesen Service wolle das Kreditinstitut auch weiterhin direkt in Friedeburg anbieten, so Meißner auf Anfrage von "Freie Presse". Beraten lassen könnten sich die Kunden "in mehreren Filialen im Stadtgebiet Freiberg bei derzeit über 50 Sparkassenmitarbeitern und Spezialisten", so der Sparkassenvertreter. Als Beispiel nennt er die Hauptfiliale an der Poststraße. Diese sowie die Filialen im Unicent auf dem Wasserberg und am Untermarkt seien vom Wohngebiet Friedeburg aus gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und hätten lange Öffnungszeiten. "An der Poststraße sind zudem Spezialisten für alle Fragen rund um die Finanzen vor Ort", so Meißner. Ferner biete die Sparkasse Beratungsleistungen bei ihren Kunden zu Hause sowie eine telefonische Direkt-Beratung an.

Auf die Frage nach weiteren geplanten Schließungen von Zweigstellen bis Ende 2020 sagt Meißner: "Es ist nicht vorgesehen, unsere Freiberger Filialstandorte in Frage zu stellen." Nach Recherchen der "Freien Presse" waren in der Filiale in Friedeburg drei Mitarbeiter tätig. Eine Frage an die Sparkasse zu den einstigen Mitarbeitern in der Zweigstelle und deren heutigem Einsatzort beziehungsweise zu eventuellen Entlassungen und Arbeitszeitreduzierungen blieb auch nach mehrfacher Nachfrage unbeantwortet. Auch zu Gründen der Schließung hält sich das Kreditinstitut bedeckt. "Bitte betrachten Sie unsere Antwort auf die benannten Fragen als abschließend", so Meißner.

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