Johannisbad-Chef: Keine Vorfälle mit Asylbewerbern

Die Regelung des Freiberger Bades schlägt hohe Wellen: Leser der "Freien Presse" werfen Stadtwerken vor, über die wahren Gründe für die Maßnahme zu schweigen. Deren Chef betont aber: Es habe bisher keine Übergriffe durch Flüchtlinge gegeben.

Freiberg.

Das Fotoverbot im Freiberger Johannisbad sorgt für Aufregung: Ein Artikel über die konsequentere Anwendung des Verbots, den die "Freie Presse" in der vergangenen Woche veröffentlichte, fand große Resonanz. Per Kommentarfunktion im Netz, per Telefon oder per Brief erreichten die Redaktion mittlerweile viele Reaktionen. Immer gab es besonders wegen eines Punktes Kritik: Badbetreiber und "Freie Presse" würden verschweigen, dass Asylbewerber der Grund für das konsequente Foto- und Filmverbot seien. So lautet der Vorwurf.

"Am 3. Februar besuchte ich mit zwei weiteren Personen die Schwimmhalle", schreibt beispielsweise Ilka Böhme der "Freien Presse". " Am Rand des Beckens sitzt eine fünfköpfige Gruppe junger Männer, südländischen Typs. Diese filmen und fotografieren ungeniert die Badbesucher. Eine Frau aus der Schwimmergruppe bittet den Bademeister um Hilfe. Dieser sorgt dafür, dass diese Belästigungen unterbleiben." Auch andere monieren, dass aufgrund der Asylbewerber das Baden nicht mehr so wie früher möglich sei. Der Vorstandschef der Freiberger Stadtwerke, Axel Schneegans, widerspricht dieser Interpretation aber ausdrücklich. Er ist für das Freiberger Johannisbad zuständig und sagt: "Der verstärkte Hinweis auf das schon lange bestehende Fotoverbot geht keinesfalls auf ... Vorfälle zurück. Vielmehr haben wir das Gefühl, dass unsere Besucher generell sensibler mit Fotoaufnahmen beim Badbesuch umgehen." Im Johannisbad habe es bis dato keinen einzigen Vorfall gegeben, "bei dem es zu Übergriffen durch Asylbegehrende/ Ausländer gekommen ist". Was im Falle passiert, dass jemand einen anderen gegen dessen Willen fotografiert, sei laut den Stadtwerken nicht definiert. Das werde im Einzelfall entschieden, heißt es.

Auch in anderen sächsischen Bädern ist mittlerweile das Fotografieren verboten. Beispielsweise in den Schwimmbädern der Stadt Chemnitz. Das dortige Rathaus hat diesen Schritt aus einem Grund getroffen: "Diese Regelung wurde notwendig, da sich in den Schwimmhallen Asylsuchende/Asylbewerber mit Fotohandys aufhielten und Badnutzer ohne deren Zustimmung fotografierten", teilt das Chemnitzer Rathaus dazu mit.

In Freiberg ist die Situation laut Stadtwerken anders. Schneegans gesteht ein, dass es "beim Aufeinandertreffen der Kulturen zu Missverständnissen kommt", wie es der Vorstandschef ausdrückt. "Dies hat uns unter anderem veranlasst, unsere Haus- und Badeordnung in den letzten Monaten häufiger zu erläutern. Auch werden wir die Hausregeln zukünftig durch die bildhafte Darstellung mittels Piktogrammen untermauern und eindeutig verständlich darstellen." (mit hh)

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Soundnichtanders
    23.03.2016

    Sicher sind diese Piktogramme für die deutsche, dumme, des Lesens unkundige Bevölkerung gedacht. Man hört und liest ja immer so viel von deutschen Sittentätern in Bädern. Ein Reim, fein!



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