Jugendclub: Anwohner fühlt sich von Lärm gestresst

Clubleiter müht sich um gute Nachbarschaft - Bürgermeister will reden

Berthelsdorf.

Berthelsdorf ist stolz auf seinen modernen Jugendclub. 20 bis 30 Jugendliche aus Berthelsdorf und Weißenborn verbringen dort regelmäßig die Freizeit zusammen. Im Schnitt stehen vier große Parties und mehrere Clubabende im Veranstaltungsplan.

Für Familie Berndt, die nebenan wohnt, ist Lärm und Ruhestörung ein Dauerthema. Gerade in den Sommermonaten könne er bei offenem Fenster nicht schlafen, er höre jedes Wort, es werde bis weit in die Nacht hinein gefeiert, schildert Ken Berndt in der öffentlichen Bürgerfragestunde am Donnerstag. "Ein Jugendclub ist kein Seniorenheim, das ist mir klar. Aber wie kann man Ordnung reinbringen, ohne schwere Geschütze aufzufahren?", fragte er.

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Bürgermeister Udo Eckert (Freie Wähler) kennt das Thema. Des Öfteren sei er vor Ort gewesen, hat Gespräche geführt, "auch mit erhobenem Zeigefinger", wie er sagt. "Wenn einer randaliert, egal ob in der Bushaltestelle oder am Jugendclub, muss die Polizei gerufen werden", sagt er. Ruhestörung ist Sache der Ortspolizei. Doch die befindet sich in Lichtenberg. Eckerts Vorschlag: Ein klärendes Gespräch mit den Jugendlichen, der Familie und dem Ortschaftsrat. "Den Club 22 Uhr zuzumachen, ist auch keine Lösung. Da können wir ihn gleich zuschließen." Auf Nachfrage sagt Clubleiter Nico Werner (22): "Wir sind an einer guten Nachbarschaft interessiert. Wir versuchen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, nur auf der Seite zur Kirche draußen zu rauchen und die Lautstärke der Musik auf einem Minimum zu halten." Er habe extra ein Lärmmessgerät beschafft. Seit anderthalb Jahren ist er Clubchef. In dieser Zeit habe es bereits mehrere Gespräche gegeben. "Wir haben schon die Mauer an der Terrasse bepflanzt, um den Schall zu mindern." Einem Gespräch will er sich nicht verwehren, "aber die Frage ist, ob auch der Anwohner kompromissbereit ist", spielt Werner den Ball zurück. Eine Schließung kommt für Eckert nicht in Frage. Erst vor zehn Jahren bezog der Club sein Domizil. Im Sommer wurde die Fassade neugestaltet.

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