Junge Frau mit Bierglas verletzt

Amtsgericht ahndet Körperverletzung

Freiberg.

Das Amtsgericht hat einen 31-jährigen Freiberger zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, diese aber für eine Zeit von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Der arbeitslose Mann muss 200 Stunden lang gemeinnützig arbeiten. Staatsanwalt Sebastian Hertwig, der ein höheres Strafmaß beantragt hatte, und der Vorsitzende Richter Sven Scheele waren davon überzeugt, dass der Angeklagte sich einer gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Da bei dem Täter eine Blutalkohol-Konzentration von knapp über 2 Promille ermittelt worden war, gingen Staatsanwalt und Richter von einer verminderten Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt aus.

Am späten Abend des 6. April 2018, so berichtete der junge Mann, habe er mit seiner Freundin einen Studentenclub besucht. Seine Freundin sei schnell wieder gegangen. Er habe Bier getrunken, wisse aber nicht, wie viel. An den folgenschweren Wurf mit dem Bierglas könne er sich nicht erinnern, sagte er, auch nicht an das, was vorher und danach geschah. Im Allgemeinen trinke er eher selten Alkohol, zu aggressivem Verhalten neige er nicht. Ein Motiv für seine Handlung konnte er nicht nennen.

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Das tatsächliche Geschehen konnte durch übereinstimmende Aussagen mehrerer Zeugen belegt werden. Der 28-jährigen Geschädigten war der spätere Täter bereits vorher unangenehm aufgefallen. Er sei immer wieder an ihren Tisch gekommen, habe Körperkontakte, auch mit ihrem bei ihr sitzenden Freund gesucht. Dem habe er an den Hals gefasst oder ihn geschubst. Er habe auch aus den Biergläsern anderer Leute getrunken und sei vom Sicherheitsdienst verwarnt worden. Der Wurf mit dem schweren Henkelglas sei völlig unvermittelt erfolgt, Streit habe es vorher nicht gegeben. Sie habe eine Schnittwunde an der Wange und mehrere Zahnfrakturen erlitten, die in einer Klinik operativ behandelt werden mussten. Noch heute leide sie unter Schmerzen, besonders infolge diverser Entzündungen. Sie leide auch unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Noch während der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte bei seinem Opfer. (jher)

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