Junge Großhartmannsdorfer überzeugen auch international am Akkordeon

Mit ihren Akkordeons haben Paula und Collin Reichelt nicht nur die Landesjury beim Envia-M-Musikwettbewerb überzeugt. Sie sind Preisträger auch anderer internationaler und nationaler Wettbewerbe. Nun musizieren sie beim Bundesfinale von Envia.

Freiberg/Großhartmannsdorf.

Musikalisches Talent ist das eine - ein Instrument zu erlernen und auftrittsreif zu spielen, das andere. Erst Ausdauer und viele Übungsstunden bringen Erfolge und schließlich den Applaus des Publikums. Den bekommen Paula und Collin Reichelt inzwischen fast regelmäßig, wenn sie als Akkordeonduo PaCo in Harmonie begeistern. Mehr noch, mit ihrer konzertanten Spielweise auf hohem Niveau haben die beiden Oberschüler, die in Eppendorf lernen, bereits Juroren bei Wettbewerben begeistert und sich gegen nationale wie auch internationale Konkurrenz durchgesetzt.

Erst jüngst siegten sie beim Landesfinale im Wettbewerb "Musik aus Kommunen" von Envia M. Doch auch aus Sofia kehrten sie schon mit einem ersten Platz von einem internationalen Wettbewerb zurück, waren bei Jugend musiziert ebenso erfolgreich wie beim sächsischen Akkordeonwettbewerb.

Derzeit üben die 13-Jährige und der 14-Jährige - es sind Cousin und Cousine - für das Bundesfinale des Envia-Wettbewerbes, das am 7. November im Wasserkraftwerk in Mittweida stattfindet und live im Netz übertragen wird. Und während ihre erfahrene Lehrerin an der Musikschule Freiberg, Musikpädagogin Tatjana Jontscheva, auf jedes noch so kleine rhythmische Detail beim Zusammenspiel achtet, damit die beiden Schüler es perfektionieren, sind Zuhörer von der Professionalität des Vortrags begeistert.

Seit fünf Jahren lernt Paula das Akkordeonspielen, ihr Cousin Collin seit vier Jahren, wie sie erzählen. Schnell bemerkte Tatjana Jontscheva, die schon mehrere Musikschüler zu Wettbewerbserfolgen führte, dass beide im Akkordeonspiel gut zusammenpassen. "Es ist das Temperament, das Aufeinandereingehen beim Spielen", nennt sie Eigenschaften neben dem gemeinsamen Spaß an der Musik. Und nicht nur den bestätigen die beiden Großhartmannsdorfer. Seit drei Jahren musizieren sie im Duo.

"Wettbewerbe sind cool, es macht Spaß, vor Publikum zu spielen", fügt Paula Reichelt an. Klar sei das Lampenfieber vor einem Auftritt nicht ganz wegzuzaubern. "Aber wenn das Stück sitzt, dann geht es schon mit der Aufregung", sagt Collin Reichelt. Im Gegensatz zu so manchem Musikschüler, der daheim wenig Lust aufs Üben der Musikstücke verspürt, nehmen die beiden ihr Akkordeon gern und regelmäßig zur Hand, wie sie erzählen. "Anders ist ein solches Niveau auch nicht zu schaffen", bestätigt Tatjana Jontscheva eine alte, immer wieder neue Weisheit. Wenn auch nicht jeden, dann aber jeden zweiten Tag musizieren die Nachwuchstalente zusammen - einmal in der Woche gibt es eine Doppelstunde Unterricht an der Freiberger Musikschule. Und die ist straff getaktet - denn etwa eine Viertelstunde sind beim anstehenden Bundesfinale in Mittweida musikalisch zu bestreiten.

Ein Präludium von Boris Borgström, "Viererlei" von Hans-Günther Kölz und "Pinguine" von Evgeni Derbenko sind das Wettbewerbsprogramm , mit dem beide einmal mehr die Jury begeistern wollen. Und während sich Paula zukünftig einen Beruf auf musikalischer Grundlage schon vorstellen kann, ist ihr Cousin Collin da ganz anderer Meinung. "Ich möchte lieber Handwerker werden", macht er klar. Das könnte nach seinen Vorstellungen Dachdecker oder Zimmerer sein. Musikalisch aber, da sind sich die beiden einig, wollen sie noch lange gemeinsam PaCo in Harmonie sein.

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