Kandidaten stehen Rede und Antwort

Wer steht bei der Abstimmung Anfang September für welche Themen und welche Ziele? Die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen und die "Freie Presse" stellen Bewerber für ein Mandat vor.

Freiberg.

Der Countdown für die Landtagswahl in Sachsen läuft: Am 1. September wählen die Bürgerinnen und Bürger einen neuen Landtag. Beim Urnengang geht es jedoch nicht nur um Stimmen für die jeweilige Partei, sondern in den Regionen auch um das Direktmandat des jeweiligen Wahlkreises. Mit diesen Kandidaten will die "Freie Presse" gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen diskutieren.

Am 14. August steht in Freiberg das letzte von vier öffentlichen Wahlforen für das Gebiet zwischen Freiberg, Flöha, Rochlitz und Mittweida im Programm. Bei drei öffentlichen Debatten in Rochlitz, Frankenberg, Brand-Erbisdorf haben die Kandidaten bereits Rede und Antwort zu zahlreichen Fragen gestanden. Welche Ziele verfolgen sie? Was treibt sie an? Wie wollen sie mittelsächsische Interessen in Dresden vertreten? Welche Koalition würden sie eingehen?


Eingeladen sind in Freiberg die Direktkandidaten von sechs Parteien, deren Einzug in den Sächsischen Landtag realistisch erscheint. Ein Stimmungsbild gab kürzlich eine Umfrage der Meinungsforscher von Insa. Vom 24. bis 29. Juni hatte Infratest dimap 1000 Frauen und Männer im Auftrag des MDR befragt. Jeweils 26 Prozent davon würden demnach CDU und AfD wählen. Die Grünen erhielten 12 Prozent, die Linken 15 Prozent. Die SPD liegt bei 9 Prozent. Die FDP darf mit 5 Prozent auf den Einzug in den Landtag hoffen, den die Freien Wähler laut der Umfrage mit 3 Prozent zu verfehlen drohen.

Moderiert werden die Foren in Mittelsachsen von Redakteuren der "Freien Presse", im Fall von Freiberg durch zwei Journalisten aus Mittelsachsen und Chemnitz. Ziel ist ein kontroverser und sachlicher Diskurs zu zentralen Themen der Landespolitik. Die "Freie Presse" wird auch diesmal wie von allen vorangegangenen Veranstaltungen im Nachgang berichten.

Als Organisator der Diskussionsrunden tritt die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung auf. Sie veranstaltet in allen 60 sächsischen Wahlkreisen Foren zur Landtagswahl. Partner ist jeweils die größte Tageszeitung vor Ort, darunter die "Freie Presse". (tb/kok/grit)


Diese Direktkandidaten stellen sich im Forum den Fragen

Alexander Geißler - SPD:

Der 29 Jahre alte Volljurist (Studium in Leipzig) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovierender an der TU Bergakademie. Vorher hat der Freiberger im Krankenhaus als Hilfspfleger gearbeitet. Seit 2010 SPD-Mitglied, ist er Kreis-Chef der Nachwuchsorganisation Juso sowie stellvertretender Orts-Chef der SPD Freiberg. Auf ihrer Landesliste zur Landtagswahl hat die SPD ihn auf Platz 25 nominiert.

Steve Ittershagen - CDU: Der Freiberger (42) will das Direktmandat verteidigen. Er hat einen Abschluss als Eisenbahner sowie einen Magister der Politikwissenschaft. Ittershagen arbeitet erneut im Stadtrat mit und ist seit 2012 Ortsvorsteher in Zug. Der verheiratete Vater eines Kindes übt Ehrenämter aus, so in der IG Erhalt Freiberger Muldentalbahn. Seit 1995 ist er CDU-Mitglied, seit 2006 Vize-Stadt-Chef. Auf der Landesliste steht er auf Platz 29.

Benjamin Karabinski - FDP: Der 38 Jahre alte Freiberger arbeitet als Kundenberater in der Sparkasse. Karabinski ist verheiratet und hat drei Kinder. Parteimitglied seit 1999, ist er unter anderem Ortschef, war Landeschef der Jungliberalen, Kreis- und Stadtrat. Der gelernte Kaufmann und Fachwirt, der auf Listenplatz 14 steht, will in den Landtag zurück, dem er von 2009 bis 2014 angehörte. Seit 2015 ist er Vorstandschef der Wilhelm-Külz-Stiftung.

Jana Pinka- Die Linke: Die 55-jährige promovierte und diplomierte Mineralogin ist seit 2009 Landtagsmitglied. Verheiratet und Mutter von zwei Kindern, ist Jana Pinka Vize-Linke-Chefin in Sachsen, Stadt- und Kreisrätin. Die Linke hat sie auf Platz25 der Landesliste gesetzt. Zu ihren Ehrenämtern zählt etwa die Arbeit in Fördervereinen von Bergakademie und Theater, im Verein Freiberg Grenzenlos und beim SV Krummenhennersdorf.

Markus Scholz - Grüne: Der 23-jährige gebürtige Freiberger studiert in Dresden Lehramt. Nach dem Abitur war er kurzzeitig in der Stadtverwaltung beschäftigt. Seit 2013 ist er Parteimitglied, inzwischen Vorstandsmitglied der Bündnisgrünen in Mittelsachsen sowie Mitglied im Landesparteirat. In Freiberg gründete er mit Mitstreitern 2015 die Diskussionsplattform "Jugend spricht über". Auf der Landesliste belegt er Platz 16.

Rolf Weigand - AfD: Der gebürtige Karl-Marx-Städter (35) ist promovierter Ingenieur für Keramik, Glas- und Baustoffe, er studierte an der Bergakademie. Weigand ist Gründer und Chef einer Firma für Dienstleistungen für die Hochtemperaturindustrie. Seit 2013 ist er AfD-, seit 2018 Landtagsmitglied, in Großschirma Stadtrat. Zur Kreistagswahl errang er mit 7000 die meisten Stimmen. Weigand ist unter anderem Elternsprecher der Kita Großschirma. Auf der Landesliste hält er Platz 8.


Öffentliche Diskussion beginnt 19 Uhr

Ort: Städtischer Festsaal am Obermarkt 16 in Freiberg. Im 1545 erbauten Gebäude befindet sich seit 1880 die Gaststätte Ratskeller, der Festsaal im Obergeschoss.

Termin: Beginn ist am 14. August, um 19 Uhr. Die Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden.

Eintritt: Der Eintritt ist frei.

Parkplätze: Parkplätze stehen in der Nähe, aber nicht direkt am Gebäude zur Verfügung. Die Stadt Freiberg listet auf ihrer Internetpräsenz unter www.freiberg.de nahe Parkmöglichkeiten in der Altstadt auf, darunter Parkhaus Altstadt, Schillerstraße 4, Parkhaus Tivoli, Beethovenstraße 15, Parkplatz Sparkasse, Poststraße 1a, Parkplatz Geschwister-Scholl-Straße, Parkplatz Halsbrücker Straße.

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