Kein Durchgang mehr für Frühaufsteher

Müll, Essensreste, Hundekot - derartige Probleme sind für die Mitarbeiter des Tierparks in Freiberg Vergangenheit, seit die Öffnungszeiten in den Morgenstunden eingeschränkt wurden.

Freiberg.

Der Freiberger Tierpark ist nicht nur ein Kleinod für Besucher. Das lang gestreckte Areal des ohne Eintritt passierbaren Parks bietet sich auch als Fußweg zwischen der Innenstadt und westlichen Stadtteilen an. Viele Freiberger ziehen den Spaziergang bei Vogelgezwitscher unter Bäumen entlang den Gehegen von Waschbären, Damwild, Ziegen und Schweinen einem Fußmarsch entlang viel befahrener und lauter Straßen vor. Erst recht, da seit neuestem mit dem Abschluss der Sanierung der Goethe-straße der dortige Ausgang wieder offen und so die Hauptachse vom Johannisbad bis hoch zum Ludwig-Renn-Park wieder passierbar ist.

Aber nicht mehr wie einst in den frühen Morgenstunden ab 7 Uhr. Schilder an den Eingängen verkünden die neuen, offiziellen Öffnungszeiten: Den Sommer über noch bis Oktober von 9 bis 18 Uhr, im Winter ab November dann bis 15.30 Uhr. Die äußeren Eingänge für den "Durchgangsverkehr" wie an der Goethe- oder Lessingstraße öffnen freilich früher. Ab 8 Uhr zieht ein Tierpark-Mitarbeiter los. Aber nicht nur, um die Tore aufzuschließen. "Seit die Spendenkassen mehrmals aufgebrochen wurden, nehmen wir die abends mit rein", berichtet Tierpark-Chef Peter Heinrich. Die Kassen werden dann beim Rundgang wieder mit an den Halterungen befestigt. "Das allein", sagt der Tierparkchef, "dauert 20 Minuten."

Der innere Bereich mit Streichelzoo öffnet aber wirklich erst Punkt 9Uhr. Für die neuen Zeiten führt Tierparkchef Heinrich eine Reihe von Gründen an. So eine neue Organisation der Arbeitszeit. Und das Bestreben, dass die Mitarbeiter in Ruhe morgens die Tiere füttern und versorgen können und die Besucher gesäuberte Gehege zu Gesicht bekommen. Ein Grund war aber auch, dass die Tierparkmitarbeiter insbesondere in den Morgenstunden mit Problemen zu kämpfen hatten.

Dabei ging es beispielsweise um allerlei Müll, der sich dann fand. Im Stadtrat berichtete Bürgermeister Holger Reuter (CDU) auf eine AfD-Anfrage zu den Öffnungszeiten von "regelrechtem Hundetourismus", der in den Frühjahrs- und Sommermonaten ausgebrochen sei. "Einige Hundebesitzer räumen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf den Wegen und Wiesen nicht weg." Da auf den Grünflächen aber nicht selten Eltern ihre Kinder tummeln ließen, "sehen wir generell ein Problem darin, die Hunde auf den Wiesen ihr Geschäft verrichten zu lassen".

Das war aber noch nicht alles: Insbesondere Montagmorgen wurden häufig Küchenabfälle in den Gehegen entsorgt. Mitunter hingen sogar mit Abfällen gefüllte Plastikbeutel an den Gehegen. Dabei ist Füttern der Tiere generell verboten, aus gutem Grund, denn es ist gefährlich für die Gesundheit der Tiere, verdeutlicht Heinrich. Etwa, weil die Tiere sich um das vermeintliche Leckerli streiten, was böse enden kann. So sei einmal ein Reh gestorben, das bei einer Rangelei mit einem stärkeren Artgenossen einen Stoß mit dem Geweih in den Magen bekam.

Nun ist der Tierpark dann geöffnet, wenn Mitarbeiter dort nach dem Rechten sehen können. Seitdem, sagt Heinrich, hat sich die Lage entspannt. Und die Mitarbeiter können wieder ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen, die mit dem Wegräumen von Hinterlassenschaften anderer eigentlich nur insofern zu tun hat, als es um Hinterlassenschaften von Vierbeinern oder gefiederten Zeitgenossen geht.


Was Besucher zu den Öffnungszeiten sagen

Susann Schulze: Ich kann mir vorstellen, dass einigen Leuten der Durchgang von der Goethe- zur Lessingstraße am frühen Morgen fehlt. Ich genieße meine Elternzeit und gehe gern mit meinen Kindern im Tierpark spazieren und auf den tollen neuen Spielplatz. (mer)

Manuela Feig-Choudhry: Ich glaube nicht, dass 7 Uhr morgens wirklich schon jemand den Tierpark als solchen besuchen will. Und daher finde ich eine spätere Öffnungszeit auch sinnvoll. Der morgendliche Durchgang über die fünf Tore wird aber sicher einigen fehlen. (mer)

Laura Lotze: Wir sind zum Einkaufen von Großhartmannsdorf nach Freiberg gefahren. Nun ist Erholungszeit, da ist der Tierpark ein schönes Ausflugsziel. Persönlich finde ich eine Öffnungszeit ab 9 Uhr morgens für den Tierpark vollkommen ausreichend. (mer)

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