Keine Richter - aber Schlichter

Während in Brand-Erbisdorf der langjährige Ehrenamtler verabschiedet wurde, hat sich in Frauenstein der neue vorgestellt.

Brand-Erbisdorf/Frauenstein.

Schlichten statt Richten - nach diesem Prinzip arbeiten die ehrenamtlichen Friedensrichter in den Städten und Gemeinden. In Brand-Erbisdorf ist nun Rolf Eichen aus seinem Amt verabschiedet worden. In Frauenstein wurde der in Nassau wohnende Jan Haufe vom Stadtrat neu in das Amt berufen.

Während der jüngsten öffentlichen Stadtratssitzung in Brand-Erbisdorf hatte Oberbürgermeister Martin Antonow Rolf Eichen für seinen Einsatz als Friedensrichter gedankt und den 77-Jährigen verabschiedet. "Sie haben über lange Zeit auf leise Art in Ihrem Ehrenamt gearbeitet", sagte Martin Antonow.

Auf insgesamt 76 abgeschlossene Fälle kann Rolf Eichen in seinen insgesamt 20 Jahren als Friedensrichter zurückblicken. Er hat dabei versucht, zwischen den streitenden Parteien zu schlichten, zu vermitteln und zu erreichen, dass beide Seiten friedlich auseinander gingen. Hinzu kamen nach seinen Worten weitere 246 sogenannte Tür- und Angelfälle. Dabei habe er die Bürger zunächst zu dem sie bewegenden Problem auf gesetzlicher Basis aufgeklärt, ohne dass es einen Schlichterspruch gegeben habe. Der Bürger hat dann selbst entscheiden können, was er habe tun wollen.

"In meinem Bereich gab es eigentlich keine Gewinner und keine Verlierer", fasste Rolf Eichen seine Tätigkeit über die Jahre zusammen. Dennoch sei es eine turbulente Zeit gewesen und eine Arbeit, die ihm immer Spaß gemacht habe. Dazu zählte er auch die jährlich mehrmals stattfindenden Schulungen durch den Bund Deutscher Schiedsmänner auf Bundesebene. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hob Rolf Eichen hervor. Nun sei es das Alter, das ihn aufhören lasse.

Als neuen Friedensrichter hat der Brander Stadtrat im September Gido Heinz aus Brand-Erbisdorf bestätigt. Vom Amtsgericht Freiberg sei bestätigt worden, so der OB, dass es dagegen keine Bedenken gibt. Der Stadtrat entschied einstimmig, Gido Heinz von 2020 bis 2025 zum Friedensrichter zu ernennen.

In Frauenstein wurde jetzt Jan Haufe zum Friedensrichter berufen. Alle Stadträte gaben dem seit fünf Jahren in Nassau wohnenden Designer am Montagabend ihre Stimme. Das Interesse an dem Ehrenamt begründete Jan Haufe damit, dass er sich mit seiner Frau in Nassau in der Dorfgemeinschaft integriert fühle. "Ich möchte für die Allgemeinheit etwas tun", sagte er. Sprache sei missverständlich, die Worte des einen würden oft von einem anderen nicht so verstanden, wie sie gemeint seien. Er liebe es, mit Sprache umzugehen und in solchen Fällen Lösungen anzubieten, sagte Jan Haufe.

Friedensrichter: Streitigkeiten müssen nicht immer vor Gerichten ausgetragen werden. Gemeindliche Schiedsstellen sind Einrichtungen, die bei Streitfällen des täglichen Lebens ein Schlichtungsverfahren anbieten. Die Aufgaben der Schiedsstelle werden von Friedensrichtern wahrgenommen. Sie werden vom Gemeinderat für fünf Jahre gewählt. Sie sind ehrenamtlich tätig.

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