Kinder helfen mit, den Wald zu retten

Aus einer Eichelaktion im Frühjahr wird nun in Bobritzsch-Hilbersdorf ein Schulprojekt. Auf Jung und Alt wartet viel Arbeit.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Rund 20Kinder ziehen fröhlich schnatternd vom alten Naturbad in Oberbobritzsch aus in den Wald der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf. Es sind Schüler der Grundschulen Hilbersdorf und Oberbobritzsch sowie der Oberschule Niederbobritzsch. Begleitet werden sie von Lehrern, aber auch von ein paar Vätern. Zwei von denen tragen einen schweren Kanister, der randvoll ist mit Tee. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen werden ihn an diesem Nachmittag des Öfteren brauchen.

Denn es gibt eine Menge Arbeit in den nächsten gut zwei Stunden. Auf einer Waldlichtung warten bereits Robert Schmidt und sein Freund Richard Schönherr auf die kleine Karawane. Wenig später gesellt sich mit René Straßberger der Bürgermeister der Gemeinde dazu. Gemeinsam will man etwas Gutes für den Wald tun. Und der hat es nötig. Die Stürme der letzten Jahre haben breite Schneisen in den Baumbestand geschlagen. Die Trockenheit in den Sommermonaten zog viel zu viel Feuchtigkeit aus dem Boden und bereitete so dem Borkenkäfer das Feld, der seine zerstörerische Arbeit nahezu ungehindert ausüben konnte. Bereits im Frühjahr waren Kinder der Gemeinde im Einsatz und hatten 2700 Kilo Eicheln, die sie zuvor gesammelt hatten, verteilt. Einige von denen zeigen bereits erste Triebe. "Doch viele wurden von Wildschweinen gefressen", erzählt Robert Schmidt.

Ein kleines Areal, welches vor zehn Jahren schon von einem Sturm betroffen war, soll jetzt von Wildwuchs befreit und umzäunt werden. "Es wird so eine Art kleine Baumschule", stellt sich Schmidt vor. Aber auch ein Treffpunkt für alle Einwohner der Gemeinde, denen ihr Wald am Herzen liegt. Den Schulen wird das Gelände für Exkursionen und als natürlicher Schulgarten zur Verfügung stehen. "Für die Kinder dürfte es interessant sein, ihre Bäume wachsen zu sehen", so Schmidt. "Außerdem ist das ein Ort, wo Schüler mit Handarbeit in Berührung kommen."

Und so geht es auch gleich los. Eine Gruppe stürzt sich voll Elan ins Unterholz, kappt Sträucher, sammelt Äste auf, um alles dann zu Windschutzzäunen aufzutürmen. An anderer Stelle zeigt Robert Schmidt, wie man Holzstämme von Rinde befreit. René Straßberger und Richard Schönherr beginnen mit vier Kindern akribisch, einen Zaun zu zimmern. "Der muss sein, damit es auf dem Areal keinen Wildverbiss gibt", so Schönherr. Als er von dem Projekt hörte, bot er sofort seine Unterstützung an. "Auf die Art erfahren die Kinder den Wald viel direkter und sorgen außerdem noch für seine Zukunft vor", sagt er. René Straßberger will vor allem die Beziehung der Einwohner zum Wald stärken. Dabei sollen Aktionen wie etwa eine Pflanzwoche helfen.

Schon bald ist eine gute Gelegenheit, sich in die Waldarbeit einzubringen. "Im Oktober kommen 3000Eichenpflanzen an", erzählt Schmidt. "Die werden auf dem neu geschaffenen Platz gelagert, um im November auf der Sturmfläche, nur wenige Meter entfernt, gepflanzt zu werden." Wer sich daran beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen. Der genaue Termin ist unter anderem über die Gemeinde zu erfahren. Gut möglich, dass die Schulkinder dann wieder mit dabei sind. Denn alle hatten viel Spaß an dem Auftakt und ließen auch nach härtester Arbeit in ihrem Eifer nicht nach.

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