Kinopolis-Center: Was wird aus leerer Passage?

OB Sven Krüger stand beim Bürgerdialog im Kinopolis Rede und Antwort. Rund 40 Anwohner des Wasserbergs sprachen ihre Sorgen und Probleme an. "Freie Presse" fasst die wichtigsten zusammen.

Kinopolis-Komplex: Thema Nummer 1 beim Bürgerdialog war der Leerstand in der Passage des sogenannten Kinopolis-Centers. "Betont werden muss, dass das Kinopolis nur einer der Mieter ist. Das Gebäude gehört einer Firma in Dublin, der Verwalter sitzt in Frankfurt", sagte Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD). "Wir stehen seit zwei Jahren in regelmäßigem Kontakt mit dem Verwalter und sind um eine Lösung bemüht." In der einst florierenden Passage zogen im vorigen Jahr mehrer Mieter aus. "Für die Zukunft wünschen wir uns eine Wiederbelebung, beispielsweise mit einem Lebensmittelgeschäft oder einem Drogeriemarkt", erklärte der OB. Die Verwalterfirma Mayfield Property Management äußerte sich gestern auf eine Anfrage der "Freien Presse" nicht zu den Verhandlungen.

Verkehrssituation: Kritisiert wurde auch die Verkehrssituation auf der Karl-Kegel-Straße. Täglich würden zahlreiche 40-Tonner die Straße passieren. "Freiberg ist verkehrstechnisch schlecht aufgestellt", räumte der OB ein. "Da die Versorgung des Gewerbegebietes Süd wegen der Brücken über keine andere Strecke gewährleistet werden kann, ist eine Sperrung der Karl-Kegel-Straße für Lkw nicht möglich", betonte Krüger. Er machte deshalb keine Hoffnung auf eine kurzfristige Verbesserung. "Ein Teilabschnitt der Umgehungsstraße zwischen Frauensteiner und Chemnitzer Straße könnte Linderung bringen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Planfeststellung."


Fußweg: Thema war auch der kleine Fußweg, der vom Getränkemarkt an der Karl-Kegel-Straße zum Ärztehaus führt. Die Gullis sind laut Anwohnern überfüllt, es gebe mehrere Stolperfallen und eine Beleuchtung fehle gänzlich. "Der Weg gehört nicht der Stadt, daher kann ich dazu keine Auskunft geben, werde aber mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen", versicherte Krüger.

Öffentliche Toilette: Ein Problem, das schon bald gelöst werden soll, ist die Versorgung des Gebietes rund um das Unicent mit einer öffentlichen Toilette. "Diese wurde erst kürzlich vom Messeplatz an den neuen Standort nahe des Einkaufszentrums transportiert", sagte Krüger. In den nächsten Tagen soll das Häuschen angeschlossen werden.

Unicent: Für Empörung bei den Bewohnern des Wasserbergs sorgt auch der Innenhof des Einkaufszentrums Unicent. Das Betreten der Treppe wäre gefährlich, und schön sähe es dort schon lange nicht mehr aus, monierten Anwohner. Auch bei diesem Thema verwies der OB auf den privaten Eigentümer des Komplexes. "Wir können hier leider wenig tun, außer Anregungen liefern."

Flüchtlinge: Angesprochen wurde an dem Abend auch die Anzahl der in den Freiberger Wohngebieten untergebrachten Flüchtlinge. Durch Zuzüge aus anderen Orten des Landkreises steige diese weiter. "Zuallererst kann man sagen, dass es derzeit kaum noch eine Erhöhung der Flüchtlingszahl gibt", betonte Krüger. Eine Bewegung im Landkreis und damit auch nach Freiberg sei jedoch nicht zu leugnen. "Wir passen jedoch auf, dass eine bestimmte Anzahl von Migranten in den Wohnblöcken nicht überschritten wird." Tatsache sei jedoch weiterhin, dass Freiberg im Vergleich zu anderen Städten des Landkreises überdurchschnittlich viele Flüchtlinge aufnehmen musste. "Jedoch ist es wichtig, auch die positiven Seiten zu sehen und der Thematik nicht nur mit Angst und Sorge zu begegnen", erklärte der OB: "Wir sind alle Menschen unserer Stadt, und solange sich alle an die Regeln halten, gibt es auch ein gutes Miteinander."

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