Kitagebühren in Frauenstein steigen

Ab Juli zahlen die Eltern mehr für die Betreuung ihrer Sprösslinge. Dafür aber bleiben die Kinderhäuser wie bisher geöffnet.

Frauenstein.

Gespannte Ruhe herrschte am Montagabend in der Aula der Frauensteiner Grundschule während der Stadtratssitzung, als die Abstimmung über höhere Elterngebühren für die Betreuung der Mädchen und Jungen in den Kindereinrichtungen im Stadtgebiet vor dem Gremium stand. Eltern und Bewohner saßen in der Zuhörerrunde, als Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) zunächst die Geschäftsordnung des Stadtrates bemühte. Doch weder in der Fragestunde für die Bürger, noch während einer kurzen Debatte zu dem Thema mit längerer Vorgeschichte unter den Stadträten wollte jemand länger sprechen.

So beschloss der Stadtrat mit einer Gegenstimme, die Kitagebühren ab Juli zu erhöhen. Zahlten die Eltern bisher für neun Stunden Betreuung in der Krippe je Kind 180 Euro, sind es dann 206 Euro. Im Kindergarten steigen die Elternbeiträge bei neunstündiger Betreuung von derzeit 110 Euro auf 133 Euro. Für sechs Stunden Hortbetreuung berappen die Eltern jetzt 65 Euro, ab Juli sind es 71 Euro.

Hentschel ging vor der Abstimmung darauf ein, dass die derzeitigen Öffnungszeiten der Kitas in den Stadtteilen Nassau und Burkersdorf seit September zu einer andauernden Debatte geführt hatten. Damals hatte das DRK Dippoldiswalde als Träger der Kindereinrichtungen im Stadtgebiet angekündigt, der Kommune Mehrausgaben in Höhe von 40.000 Euro in Rechnung zu stellen. Die Summe sei für Personalkosten aufgelaufen, wenn sehr wenige Kinder außerhalb der neunstündigen Kernöffnungszeit der Kitas betreut werden müssten. Dabei ging es um den frühen Morgen und späteren Nachmittag in Nassau und Burkersdorf.

Anfang Dezember führte der Vorschlag im Stadtrat, ab Januar in den beiden Kitas die Öffnungszeiten morgens und nachmittags einzuschränken, zu einem Eklat. Eltern aus beiden Orten warfen der Stadtverwaltung damals vor, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Daraufhin war eine Abstimmung über kürzere Öffnungszeiten verschoben worden. Die Verwaltung musste eingestehen, dass die Elternvertreter beim Verändern von Öffnungszeiten in Kitas mitwirken dürfen. In mehreren Gesprächen zwischen Stadt, DRK, Eltern und Stadtrat näherten sich schließlich alle Seiten an. Höhere Elternbeiträge sollen nun - auf Grundlage des Solidarprinzips - helfen, die Kita-Öffnungszeiten in den beiden kleinen Einrichtungen beizubehalten. Hentschel räumte am Montag ein, dass sie sich an den Höchstgrenzen im Freistaat orientieren. Auch die Stadt zahlt ab Juli für halbjährlich 20.000 Euro mehr Kommunalanteil für die Kinderbetreuung an das DRK.

Lediglich Stadträtin Katrin Grohmann (CDU) machte vor der Abstimmung deutlich, dass sie einer Erhöhung der Elternbeiträge in dem vorgeschlagenen Umfang nicht zustimmen könne. "33 Euro mehr im Monat ist für die Eltern viel Geld", gab sie zu bedenken. "Ich hatte vorgeschlagen, die 70.000 Euro Investpauschale des Freistaates für die Kinder zu nehmen", erinnerte sie. Doch ihr Vorschlag habe keine Mehrheit gefunden. Stadtrat Volker Preußler (AFWG) warb um Zustimmung, um alle drei Kitas im Stadtgebiet fortführen zu können.


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